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Workshop zu den Auswirkungen des Klimawandels im Hainich

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An vier Tischen wurden die Themen Wald-/Bestandesdynamik, Biodiversität, Ökosystemprozesse und –leistungen sowie Wissensgenerierung, -transfer und –anwendung diskutiert. Foto: Nico Hans

40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fordern mehr Unterstützung von der Landesregierung

Infolge der außergewöhnlich trockenen und warmen Jahre 2018 und 2019 ist es in den unbewirtschafteten Wäldern des Nationalparks und den angrenzenden Wirtschaftswäldern zu einem unerwartet großen Baumsterben gekommen. Unter dem Eindruck dieser sichtbaren Veränderungen im Wald lud die Nationalparkverwaltung Vertreter aus Wissenschaft, Forst und Naturschutz zum Workshop "Auswirkungen des Klimawandels im Hainich" ein. Rund 40 Wissenschaftler von deutschlandweit acht Universitäten und Hochschulen, Instituten, Landesämtern und Akteure aus Luft- und Raumfahrt folgten am 8.11. der Einladung nach Bad Langensalza.

Ziel der Veranstaltung war es, eine Vernetzung der Akteure aus den unterschiedlichsten Forschungsgebieten zu erreichen und wissenschaftliche Fragestellungen zu entwickeln. Neben der Dokumentation des Ist-Zustandes soll es mit Hilfe von Forschungsansätzen gelingen, die weitere Entwicklung im Wald zu beobachten, Ursachen und Wirkungen zu analysieren und hieraus z.B. Schlüsse für den zukünftigen Waldbau in den Wirtschaftswäldern zu ziehen. Ein weiterer Schwerpunkt des Workshops war es auch, Möglichkeiten für eine Verbesserung der Kommunikation zwischen Wissenschaftlern und "Praktikern" (Forstleute, Waldbesitzer, Naturschutzmitarbeiter), Politikern und interessierten Bürgern zum Thema "Folgen des Klimawandels" aufzuzeigen.

Bei den intensiven Beratungen wurden eine Reihe wichtiger und dringlicher Forschungsfragen und -ansätze zu den Auswirkungen des Klimawandels im Wald identifiziert. So sind z.B. Folgen der veränderten Klimabedingungen für die natürliche Waldverjüngung ebenso dringlich zu untersuchen wie die Frage, welche Standorte besonders anfällig für Klimaveränderungen sind. In diesem Zusammenhang muss auch geklärt werden, wie rasch und kostengünstig Veränderungen im Ökosystem Wald langfristig erfasst und die Ergebnisse eines solchen Monitorings für die Entwicklung von Konzepten für Thüringens Wirtschaftswälder im Klimawandel genutzt werden können.

"Es wurde deutlich, dass eine Intensivierung von Forschung und Monitoring unumgänglich ist, um zu einem besseren Verständnis der Dynamik naturnaher Wälder in Zeiten des Klimawandels beizutragen. Ich bin mit der Veranstaltung sehr zufrieden. Es wurden interessante Idee entwickelt, spannende Fragen aufgeworfen und Erfahrungen ausgetauscht. Dieses Zusammenkommen hilft uns bei der weiteren Arbeit sehr", so Nationalparkleiter Manfred Großmann. Bereits geplant ist ein Folgeworkshop Ende Mai nächsten Jahres, diesmal auf der Westseite des Nationalparks.

Um eine Intensivierung und bessere Umsetzung der Forschungsarbeiten zu ermöglichen, forderten die beiden Sprecher des Forschungsbeirates, Prof. Christian Ammer und Prof. Kai Uwe Totsche, auch im Namen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops in einem Schreiben an die Landesregierung die Bereitstellung von Personal und finanziellen Mitteln.

Manfred Großmann
Nationalparkleiter

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