Sperbersgrundweg

Wanderweg Sperbersgrund

Ein Tal entlang des Weges ist nach dem Sperber benannt. Auf den Feldern und Wiesen um Craula sind, wenn auch keine Sperber, fast immer Rotmilane und Mäusebussarde zu beobachten.

Dieser Rundwanderweg durchläuft für den Hainich große Höhenunterschiede, die teilweise mit einer Treppe überwunden werden. Im Winter kann diese aus Sicherheitsgründen gesperrt sein. Für die Strecke benötigt man etwa 2 Stunden.



Symbol
Sperber

Länge
5,5 km

Startpunkt
Am Wanderparkplatz "Craulaer Kreuz" ungefähr 2 km westlich von Craula am Rand des Nationalparks. Hier befindet sich auch die Hainichbaude, eine Ausflugsgaststätte und Nationalpark-Partner. 

Adresse:
Hainichbaude am Nationalpark Hainich
99820 Hörselberg-Hainich / OT Craula

Schwierigkeitsgrad
mittel, für den Hainich große Höhenunterschiede sind zu überwinden

 


Wegbeschreibung

Der Ausgangspunkt 
Vorbei am Craulaer Kreuz führt der Weg nach einigen Metern links durch einen baumartenreichen Mischbestand auf einen breiten Forstweg. Über eine kleine Brücke verlässt der Wanderer diesen wieder und kommt in das Lange Tal.

Langes Tal
Das Waldbild im Lange Tal (Oberlauf) beherrschen Buchen; vereinzelt sind Bergahorne an ihrer abblätternden schuppigen Rinde zu erkennen. Entlang des Tals zeigt sich die natürliche Walddynamik - in lichteren Bereichen kämpfen kleine Buchen und Eschen ums Licht. Selbst auf den Stämmen erwacht neues Leben; neben Moosen, Flechten und Pilzen können durchaus auch kleine Baumkeimlinge entdeckt werden.

Wurzelteller
Der Wurzelteller einer Buche öffnet den Blick in den Untergrund - die Wurzeln konnten das Kalkgestein nicht durchdringen; sie durchwurzelten den Boden nur oberflächlich.

Im breiter werdenden Talgrund fallen die tiefeingeschnittenen Blätter oder gelben Blüten einer Waldbodenpflanze auf.

Der Gelbe Eisenhut ist eine der wenigen Pflanzen des Laubmischwaldes, die fast das ganze Jahr zu sehen ist - schon im April sind frisch ausgetriebene Blätter zu entdecken, von Juni bis August fallen hellgelbe Blüten ins Auge und bis in den November hinein kann man Stengel mit Balgfrüchten finden. Im Volksmund wird die Pflanze auch Wolfs- Eisenhut genannt, was auf ihre giftige Wirkung, die u.a. zum Vergiften von Wölfen genutzt wurde, hinweist.

Von der Wendeschleife im Langen Tal geht es über eine 100-stufige Treppe, der Himmelsleiter, den Muschelkalkhang des Sperbersgrundes hinauf in die Schutzzone 1 des Nationalparks.

Sperbersgrund
Der Sperbersgrund ist eines der vielen, den Muschelkalkzug des Hainichs strukturierenden Tälchen. Im feuchteren Talgrund wachsen verstärkt Eschen und Ahorne, entlang der Talkante dominieren die Buchen. Immer wieder gestalten umgestürzte Stämme - liegendes und stehendes Totholz bizarr mit Zunderschwamm bewachsen - das Waldbild.

Tot und doch nicht tot
Den Muschelkalkrücken entlang, um einen Talausläufer des Sperbersgrundes herum, kommt man zu einer toten und zugleich lebendigen Buche. Ein dramatischer Lebenskampf spielt sich ab. Vor einigen Jahren im Stammbereich gebrochen, von Insekten zerfressen, von Spechten ausgehöhlt, von Pilzen zersetzt, treibt die Buche unterhalb der Bruchstelle einen neuen Ast. Nur wenige Zentimeter lebendige Verbindung von der Wurzel zur Krone reichen dem Baum zum Überleben. Wie lange noch?

Etwas unterhalb der Buche biegt der Weg nach links ab und führt durch einen Jungwald aus Eschen und Buchen, in dem nur noch einige Altbuchen an den einstigen Wald erinnern, bis zur Wendeschleife "Maßholder" - einer ortstypischen Bezeichnung für Feldahorn.

Nun geht es nach rechts zu einem kleinen Abstecher auf den Kindel - zum "Wartburgblick" - von dem man einen weiten Blick über die Wiederbewaldungsflächen des Kindel, auf die Berge des Thüringer Waldes und natürlich die Wartburg genießen kann.

Der Name Kindel geht auf den "Kindelhof" zurück, dessen Flächen in den schon seit 1935 existierenden Truppenübungsplatz einbezogen wurden. Bis 1991 nutzte die Sowjetarmee die 2.540 Hektar großen Flächen. Zur Anlage von Schießbahnen wurden Anfang der achtziger Jahre 600 Hektar Laubwald eingeschlagen. Diese Flächen bleiben der natürlichen Wiederbewaldung überlassen. Für Mitteleuropa einmalig, kann nun die Entwicklung zum Wald auf riesigen Sukzessionsflächen beobachtet werden.

Zurück am "Maßholder" geht es am Waldrand entlang, den wiederum der Wechsel von Totholz- und Verjüngungsbereichen prägt, später am Rande einer Fichtendickung vorbei bis zur Turnerbank.

Die Turnerbank
Von der Turnerbank, ursprünglich 1928 vom Turnverein Craula aufgestellt, erblickt man rechter Hand den Alten Berg - mit 494 m die höchste Erhebung des Hainich. Kurz nach der Turnerbank führt links ein Abstecher wenige Meter in den Wald zum Stumpf einer mächtigen Buche.

Der Weg führt nun entlang der Nationalparkgrenze - gleichzeitig Grenze zur Kulturlandschaft - zurück zum Wanderparkplatz "Craulaer Kreuz".

 

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