Feierliche Enthüllung informativer Schautafeln im Nationalpark Hainich
Wissenschaftliche Fragestellungen sind häufig nur für Forschende zu verstehen und sehr kompliziert. Um auch Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in die Forschung im Nationalpark Hainich zu geben, wurde eine anschauliche Informationstafel installiert. Wo? Genau dort, wo die Forschung stattfindet: am Versuchsstandort an der sogenannten Triftchaussee zwischen Wanderparkplatz Fuchsfarm und Ihlefeld. Die Tafeln erklären einfach und anschaulich die komplexe wissenschaftliche Fragestellung und den Versuchsaufbau vor Ort.
Es handelt sich hierbei um ein Projekt der renommierten Biodiversitäts-Exploratorien, die bereits seit 20 Jahren Forschung im Nationalpark betreiben. Sie nutzen zumeist Daueruntersuchungsflächen, insbesondere zur Erforschung der Artenvielfalt im Nationalpark. Im Fokus des aktuellen Projektes steht aber die Untersuchung von Beziehungen zwischen Totholz, Boden und Waldbäumen, wenn Temperatur und Niederschlag schwanken. Der experimentelle Ansatz wird in weiteren Wäldern in Deutschland wiederholt, um die Auswirkungen unterschiedlich starker Bewirtschaftung im Forst zu berücksichtigen.
Der Projektleiter der Universität Ulm in den Biodiversitäts-Exploratorien, Prof. Sebastian Seibold, erklärt: „Weil es wichtig ist, Lebensräume auch in weitgehend ungestörter Natur zu erforschen, sind die Standorte im Nationalpark eine unverzichtbare Grundlage für unsere wissenschaftlichen Arbeiten.“ Nationalparkleiter Rüdiger Biehl ergänzt: „Der Standort ist dabei bewusst vom Weg aus einsehbar. Wir haben hier die einmalige Möglichkeit genutzt, Interessierte über Forschung im Nationalpark zu informieren und diese gleichzeitig zu zeigen. Dabei bitten wir unsere Gäste, die naturbelassenen Prozesse nicht zu stören und ausreichend Abstand zu den Versuchsflächen zu halten.“
Im kommenden Jahr ist im Rahmen des Jahresprogramms der Nationalparkverwaltung eine MITMACHEN-Veranstaltung geplant. Mitarbeitende der Biodiversitäts-Exploratorien, die die Abbauprozesse und Wechselwirkungen am Totholz untersuchen, werden über ihr Projekt und erste Ergebnisse berichten. Informationen dazu werden wie gewohnt u. a. im MITMACHEN-Programm 2027 und auf der Website des Nationalparks veröffentlicht.
Hintergrund zu den Biodiversitäts-Exploratorien
Die Biodiversitäts-Exploratorien sind ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziertes Verbundprojekt, welches die Region seit 20 Jahren wissenschaftlich begleiten. Der Hainich-Dün ist eine von drei Untersuchungsregionen, neben der Schwäbischen Alb und der Schorfheide-Chorin. Ziel der Forschung ist es, besser zu verstehen, wie Landnutzung, Artenvielfalt, Ökosystemprozesse und gesellschaftliche Entwicklungen miteinander verknüpft sind. Ein lokales Büro der Außenstelle der Technischen Universität München (TUM) koordiniert die Feldarbeiten von über 250 Mitarbeitenden unterschiedlicher wissenschaftlicher Teams mit Sitz in Mülverstedt.
Kontakt zum Biodiversitäts-Exploratorium Hainich-Dün:
Büro & Feldstation Biodiversitäts-Exploratorium Hainich-Dün
Dr. Sven Pompe (Gebietsmanager)
Am Burghof 3
99991 Unstrut-Hainich – OT Mülverstedt
Mehr Informationen zu den Exploratorien zur funktionellen Biodiversitätsforschung gibt es unter https://www.biodiversity-exploratories.de/de/
Cornelia Otto-Albers
Pressesprecherin
