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Staatliche Vogelschutzwarte und Nationalparkverwaltung Hainich eröffnen gemeinsamen Dienstsitz in der Wasserburg Seebach

Pressemitteilungen vom

Staatliche Vogelschutzwarte und Nationalparkverwaltung Hainich eröffnen gemeinsamen Dienstsitz in der Wasserburg Seebach
Von links nach rechts: Dr. Stefan Jaehne, den für die Staatliche Vogelschutzwarte Seebach zuständigen Referatsleiter des TLUBN, Minister Tilo Kummer und Nationalparkleiter Rüdiger Biehl. Fotograf: Tino Sieland

Umweltminister Tilo Kummer: „Ein starkes Zentrum für den Naturschutz in Thüringen“ 

 

Die Staatliche Vogelschutzwarte Seebach und die Nationalparkverwaltung Hainich haben heute ihren gemeinsamen Dienstsitz in der historischen Wasserburg Seebach offiziell eröffnet. Thüringens Umweltminister Tilo Kummer übergab dazu symbolisch die Schlüssel an Dr. Stefan Jaehne, den für die Staatliche Vogelschutzwarte Seebach zuständigen Referatsleiter des TLUBN, und an Nationalparkleiter Rüdiger Biehl.

Nach dem Umzug der Nationalparkverwaltung von Bad Langensalza nach Seebach teilen sich nun die Vogelschutzwarte des TLUBN und die Nationalparkverwaltung Hainich das Gebäude. Die Wasserburg wurde in den vergangenen Jahren umfassend renoviert und bietet beiden Einrichtungen des Thüringer Naturschutzes zeitgemäße Arbeitsbedingungen.

„Mit dem gemeinsamen Dienstsitz in Seebach kommen zwei wichtige Einrichtungen des Thüringer Naturschutzes an einem traditionsreichen Ort zusammen. Die lange Geschichte der Vogelschutzwarte und die Arbeit für den Nationalpark verbinden sich hier zu einem starken Zentrum für den Naturschutz in Thüringen“, sagte Umweltminister Tilo Kummer anlässlich der Eröffnung.

Nationalparkleiter Rüdiger Biehl erklärt: „Wir sind hier an einer deutschlandweit bedeutenden Naturschutzstätte angekommen und befinden uns gleichzeitig näher am Nationalpark Hainich. Die gemeinsame Nutzung der Wasserburg macht sichtbar, was fachlich zusammengehört: der Schutz wertvoller Lebensräume und ihrer Arten.“ „Wir freuen uns, mit der Nationalparkverwaltung einen neuen Partner in der Wasserburg zu haben. Mit seiner Vogelschutzwarte bringt das TLUBN hier langjährige Fachkompetenz im Vogelschutz ein. Die räumliche Nähe schafft beste Voraussetzungen für einen engen fachlichen Austausch und gemeinsame Projekte“, sagte Andrea Manz, Präsidentin des TLUBN.

Bei Führungen konnten die Gäste den neuen Dienstsitz kennenlernen. Dabei erhielten sie Einblicke in die Geschichte der Wasserburg und in die Arbeit der Vogelschutzwarte und der Nationalparkverwaltung. Musikalisch begleitet wurde die Eröffnung vom Orchester „Burgharmonie“ des Vereins der Freunde der Vogelschutzwarte Seebach e. V.

 

Hintergrund:

Die Wasserburg Seebach stammt mit ihrem zwei Hektar großen Park aus dem 12. Jahrhundert, erstmals urkundlich erwähnt im Jahr 1307. 1524 ging das Schloss, das zu dieser Zeit noch von einem breiten Wassergraben umgeben war, in den Besitz derer von Berlepsch über. Der damalige Schlossherr war Hans Sittich von Berlepsch, seinerzeit Burghauptmann auf der Wartburg und Gastgeber von Martin Luther. Das Familienwappen der Familie von Berlepsch, fünf Sittiche mit Halsbändern, weist bereits damals auf eine tief verwurzelte Familientradition mit herrschaftlicher Vogelhaltung hin. Es ist in einem Bleiglasfenster in einem der Ausstellungsräume zu sehen. 

Hans Freiherr von Berlepsch, im Volksmund auch „Vogelbaron“ genannt, lebte hier von 1857 bis 1933. Er gilt als Begründer des modernen, wissenschaftlich fundierten Vogelschutzes und seine Lebens- und Wirkungsstätte war die Wasserburg Seebach. Er selbst, sein Wirken und die Seebacher Einrichtung erlangten weltweite Bekanntheit. Die Burg und der damalige Obstgarten wurden von ihm 1884/85 im Zeichen des Vogelschutzes umgestaltet. Er schuf so ein einzigartiges Refugium, einen Vogelschutzpark mit Teichanlage. Im Jahr 1908 wurden Burg und Park als erste Vogelschutzwarte staatlich anerkannt. 

Der Verein der Freunde der Vogelschutzwarte Seebach e. V. bietet von Mai bis Oktober immer samstags sowie sonn- und feiertags um 14 Uhr Führungen ohne Voranmeldung an. 

 

Cornelia Otto-Albers
Pressesprecherin