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Schnattern ist ein Lebensstil

Ornithologie vom

Schnatterenten auf den Herbslebener Teichen Foto: Joachim Blank

Gemeint ist hier nicht das pausenlose und oft überflüssige Gerede mancher Zeitgenossen, sondern die Art der Nahrungsaufnahme einer ganzen Gruppe von Enten, die bei der Schnatterente sogar namensgebend war. Das Schnattern unterscheidet sich bei den sogenannten "Gründelenten" nicht wesentlich. Durch schnelles Öffnen und Schließen des Schnabels wird unentwegt Wasser mit allen darin befindlichen pflanzlichen und tierischen Kleinstorganismen aufgenommen und seitlich wieder herausgedrückt. In den Hornlamellen am inneren Schnabelrand bleiben die festen Bestandteile hängen und können mehr oder weniger konzentriert verschluckt werden. Natürlich werden auch größere Nahrungsbrocken einzeln aufgenommen oder von Wasserpflanzen abgerissen.

Bei den "Tauchenten" ist dagegen der ganze Körperbau auf die Nutzung tieferer Wasserschichten und des Teichbodens ausgerichtet, wobei die ganze Ente einige Zeit unter der Wasseroberfläche verschwindet.

Von Herbst bis Frühjahr überwintern oder rasten Schnatterenten auf geeigneten Thüringer Gewässern. Die Teiche sollten ausreichend pflanzliche Kost bereithalten und durch die vorhandene Ufer - und Verlandungsvegetation Schutz vor Störungen bieten. Vergesellschaftet mit Krickenten, Tafel- und Reiherenten und anderen Wasservögeln, können die Schnatterenten so den Winter verbringen oder zumindest einige Tage rasten.

Lange Zeit war auch der Name Mittelente gebräuchlich, da der zierliche Wasservogel einerseits nicht zu den kleinsten hiesigen Entenarten gehört, andererseits aber sichtlich schlanker ist als die kräftigen, kompakten Stockenten.

In Deutschland bevorzugen Schnatterenten die küstennahen Regionen an Nord- und Ostsee. Der Verbreitungsschwerpunkt dieser Art liegt jedoch weiter östlich, insbesondere Russland weist starke Bestände auf. Aber auch in Nordamerika ist die Schnatterente heimisch. Eine spürbare Bestandzunahme in den letzten 25 Jahren führte dazu, dass auch die Rastbestände in Mittel- und Westeuropa anstiegen.

Kürzlich konnten wieder einige Exemplare auf dem Silbersee im Nationalpark beobachtet werden. Gute Möglichkeiten, sich mit der Art vertraut zu machen bieten die Herbslebener Teiche, der Stausee Dachwig und die Talsperre Seebach.

Joachim Blank

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