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Herbstzauber im Hainich

Praktikanten-Tagebuch vom

Am Ende wärmten sich Waldgeister und Besucher am gemütlichen Lagerfeuer im Garten des Hotels "Zum Herrenhaus" und ließen sich Suppe, Stockbrot und Glühwein schmecken. Foto: Jan Tenbrock

Waldgeister, Hexen, Feen und Waldwächter warteten auf die Kinder

 

Heute stand nicht nur für mich, sondern auch für die anderen aus der Umweltbildung ein ganz besonderer Termin an. Schon seit einigen Jahren findet Ende Oktober die Veranstaltung "Herbstzauber" statt, welche von Susanne Merten ins Leben gerufen worden ist. Mittlerweile ist die Veranstaltung derart beliebt, dass sich Susanne bei der Durchführung über Unterstützung freut. So hat es sich inzwischen etabliert, dass es eine von Susanne geleitete Wanderung für die Erwachsenen gibt und parallel dazu eine, von uns durchgeführte, Wanderung mit den jüngeren Gästen angeboten wird. Das Besondere an dieser Veranstaltung ist das sagenumwobene und mythenreich besetzte Leitthema zur herbstlichen Jahreszeit, welches jedes Jahr neu erfunden und gestaltet wird. Deshalb war bereits eine intensive Vorbereitungszeit notwendig, um ein neues märchenhaftes Konzept zu entwickeln. Nico hat nicht lange damit gezögert eine detailreiche und gruselige Geschichte zu verfassen, welche den Kindern bei der heutigen Wanderung über den Wildkatzenschleichpfad vorgelesen werden sollte. Allerdings warten im Wald zudem einige Prüfungen, die von den mutigen Besuchenden gemeistert werden wollen.

Dank guter Teamarbeit ist der heutige Tag bereits bestens vorbereitet worden, sodass der Bus schnell beladen werden konnte und einer zügigen Abfahrt nach Hütscheroda nichts mehr im Wege stand. Das dort befindliche Herrenhaus ist der Treffpunkt für diese Veranstaltung und wurde von uns bereits einige Zeit vor dem Beginn der Wanderungen aufgesucht, da es noch ein wenig vorzubereiten gab. Um die Geschichte möglichst lebendig zu gestalten war es selbstverständlich, dass wir uns entsprechend verkleiden, um die zugeteilten Rollen authentisch darzustellen. Nachdem dies geschehen war und einige gespannte Gäste trotz des regnerischen Wetters erschienen sind, ging es auch schon los.

Christian war die Aufgabe zugefallen, als alter Waldgeist die Gruppe zu begleiten und unterwegs die einzelnen Teile der Geschichte vorzulesen. Alle anderen gingen bereits vorweg, um sich auf die verschiedenen Stationen aufzuteilen. In meiner Rolle als Wächter des Waldes erwartete ich die vom Waldgeist geführte Gruppe am Waldeingang und sprach ihnen eine Warnung vor den im Wald lauernden Gefahren aus und gab ihnen zudem ein paar letzte nützliche Hinweise mit auf den Weg. Als nächstes lauerte Dominik als das personifizierte Böse des Waldes auf die Kinder und wettete mit ihnen, dass sie es nicht schaffen würden den menschenverschlingenden Sumpf zu überqueren. Doch wider Erwarten meisterten die geschickten Kinder und ihre Eltern den furchterregenden Sumpf und konnten so tiefer in den Wald schreiten. Dort trafen sie auf die angehende gute Fee Hannah, welche sich akribisch auf die anstehende Feenprüfung vorbereitete. Die Gruppe um den Waldgeist erwies sich dabei als äußerst hilfreich und begleitete die angehende gute Fee zur Prüfung, wo Sophie als ausbildende Fee bereits auf sie wartete. Nachdem die Aufgabe, die verschiedensten Waldbewohner ihren richtigen Stimmen zuzuordnen, gemeistert wurde, bekamen die hilfsbereiten Kinder zur Belohnung das Zauberwort für einen im Wald verborgenen Schatz verraten. An einer alten Eiche wartete erneut der Wächter des Waldes auf die Gruppe und überreichte ihnen den Schatz, da sie sich als wahrlich würdig erwiesen haben. Jedoch trachteten auch andere Wesen des Waldes nach dem Schatz, weshalb es die nächste Herausforderung war, sicher und ohne Verluste aus dem Wald herauszufinden. Doch durch achtsames Voranschreiten und dem beherzten Einsatz der guten Feen, die Gruppe zu schützen, gelangen sie in die Nähe des Waldausgangs. Jedoch versperrte ein undurchdringbarer Nebel die Sicht aus dem Wald heraus und eine Hexe tauchte auf. Gemeinsam mit ihr wurde ein Zauberspruch geübt und darauf aufmerksam gemacht, dass der Nebel nur mit positiven Gedanken durchlaufen werden kann, wodurch es möglich war, dass alle inklusive des Schatzes wohlbehalten aus dem Wald heraustreten konnten. Dort angekommen war es Zeit sich über den Inhalt des Waldschatzes herzumachen und nochmal Kraft für den letzten Weg zurück zum Herrenhaus zu sammeln.

Am Herrenhaus in Hütscheroda wartete nicht nur auf die Abenteurer, sondern auch auf die verkleideten Waldwesen eine zauberhaft schmeckende Kürbissuppe, die mit einem erwärmenden Glühwein oder Punsch eingenommen werden konnte. Der Abschluss des Abends wurde am Lagerfeuer mit Stockbrot und Marshmallows versüßt. Auf den Heimweg haben wir uns natürlich erst dann gemacht, als die letzten Reste des Stockbrotteigs verputzt worden sind.

Commerzbank-Umweltpraktikant
Jan Tenbrock

 

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