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Die erste Führung nach 2 Monaten Home Office

Praktikanten-Tagebuch vom

Von der Aussichtsplattform "Schlehenblick" schaut man über eine ehemalige Schießbahn, die von Sträuchern und jungen Bäumen langsam zurückerobert wird. Foto: Nationalpark Hainich

Endlich war es wieder soweit: Nach über einem halben Jahr stand Mitte Juli die erste Führung mit einer Schulklasse an. Zwar hatten wir FÖJler in den Wintermonaten noch unser Weltnaturerbe-Programm, das wir gemeinsam in den Schulen durchführen konnten. Doch mussten auch einige dieser Termine durch die Corona-Pandemie und die einhergehende Schließung der Schulen abgesagt werden. Da wir im Frühjahr - unserer eigentlichen Hochsaison - jeden Tag mit den Schülern im Nationalpark unterwegs gewesen wären und dies ausfiel, war ich besonders aufgeregt, als es hieß, dass ich zusammen mit Dominik wieder eine Schulklasse an ihrem Projekttag begleiten durfte.

Hierbei handelte es sich um eine Klasse unserer Patenwaldschulen, welche in ihrer letzten Schulwoche vor den Sommerferien einen Tag im Bereich ihrer eigenen Patenwald-Fläche verbringen wollten. Nur durch die unmittelbare Nähe des Waldes war der Ausflug möglich, weil kein Bus nötig war.

Einen Tag zuvor sahen Dominik und ich uns die Fläche des Patenwaldes genauer an und legten fest, welche Aktionen wir wo durchführen wollten. Die Schwierigkeit hierbei bestand vor allem darin, das ganze Programm so zu gestalten, dass der nähere Kontakt der Kinder keine Rolle spielte. Als wir ausreichend Aktivitäten zusammengetragen hatten, blieb nur noch zu hoffen, dass die Umsetzung am nächsten Tag gelingen würde.

Der Projekttag startete für uns um acht Uhr morgens an der Verwaltung. Von da fuhren wir zum Wanderparkplatz nahe des Nationalparks und trafen uns mit der Schulklasse. Hier begannen wir mit unserer Einführung. Zu den allgemeinen Grundregeln, die im Nationalpark zu beachten sind, welche sich die Schüler gegenseitig pantomimisch beibrachten, folgte eine weitere wichtige Anweisung unsererseits - den Körperkontakt untereinander und auch zu uns zu vermeiden. Als alles weitere besprochen war, machten wir uns auf zur Patenwaldfläche, beim Aussichtspunkt Schlehenblick.

Schon auf dem Weg dorthin zeigten sich die Schüler interessiert an der reichen Pflanzenwelt des Hainich. Einige bestimmten sogar eigenständig Pflanzen mit der Pflanzenerkennungs-App "Flora Incognita". An der äußeren Grenze des Patenwaldes angekommen, trugen wir zusammen, welche verschiedenen Blüten- und Strauchpflanzen sowie Bäume schon von den Schülern entdeckt worden waren.

Neben der Erkennung einiger Pflanzen wollten wir einen weiteren wissenschaftlichen Aspekt mit in den Projekttag einbeziehen: die Messung von Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Windstärke, Helligkeit und Lautstärke. Hierzu fanden sich die einzelnen Gruppen zusammen, um die Messungen an drei verschiedenen Orten durchzuführen. Um möglichst unterschiedliche Ergebnisse zu erhalten, wählten wir dafür die Offenfläche, den Waldrand und einen schattigen Platz mit hohen Sträuchern und Bäumen.

Nach einer kurzen Ess- und Trinkpause auf dem Schlehenblick ging es für die Schüler weiter in ihre Fläche hinein. Jeder sollte sich jeweils eine Blütenpflanze aussuchen, sie bestimmen und einen Steckbrief mit den unterschiedlichsten Fakten anlegen. Es kamen viele tolle Ergebnisse bei der Vorstellung der Steckbriefe heraus.

Abschließend konnte sich jeder Schüler eine Becherlupe nehmen und auf Insektensuche gehen. Dies machte den Kindern besonders viel Spaß und jeder fand etwas, ob Wanze, Grashüpfer, Spinne oder Falter.

Geschafft diesem anstrengenden Tag in der Sonne gingen wir alle gemeinsam zurück zum Wanderparkplatz. Dort bedankten sich sowohl Lehrerin als auch Schüler für diesen tollen Ausflug in die Natur. Auch Dominik und ich waren sichtlich erfreut über den gelungenen Tag mit der erste Führung seit der Corona-Pandemie nach einer sehr langen Zeit Zuhause bzw. im Büro.

Hannah Hiese
FÖJlerin

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