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Delegation aus Südkorea besucht den Nationalpark Hainich

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  • Revierleiter Jens Wilhelm (Mitte) führt die südkoreanische Delegation über den Baumkronenpfad. Foto: Cornelia Otto-Albers
  • Revierleiter Jens Wilhelm (Mitte) gemeinsam mit der südkoreanischen Delegation im "Bilderrahmen" des Waldportraits, der letzten Station der Waldpromenade. Foto: Cornelia Otto-Albers

Erfahrungen zum Thema Tourismus und Naturschutz ausgetauscht

Am 13. Mai besuchte eine hochrangige, südkoreanische Delegation aus der Provinz Gyeonggi den Nationalpark Hainich. Revierleiter Jens Wilhelm empfing die fünf Vertreterinnen und Vertreter der Gyeonggi Tourism Organization und der DMZ (Demilitarisierte Zone)-Abteilung der Provinzregierung Gyeonggi sowie ihren Dolmetscher am Nationalparkzentrum Thiemsburg. Die Gyeonggi Tourism Organization ist eine Regierungsinstitution für die Entwicklung des Tourismus- und Erholungssektors in der Provinz Gyeonggi. Auf dem Programm stand der Blick in und über die Baumwipfel auf dem Baumkronenpfad. Die Gäste zeigten sich sehr beeindruckt, denn etwas Vergleichbares gibt es in Südkorea noch nicht. Ebenso flanierte man über die Waldpromenade, wo man den schattigen, frühlingshaften Buchenwald genießen konnte. Ziel der Reise nach Thüringen ist es, Erfahrungen und Visionen zum Thema Naturschutz und Tourismus auszutauschen, speziell auch zur touristischen Erschließung ehemals militärisch genutzter Gebiete.

Die Provinz Gyeonggi liegt nahe der Grenze zu Nordkorea rund um die Hauptstadt Seoul und beinhaltet 31 Städte mit einer Bevölkerung von 13 Millionen Menschen. Insbesondere die Nähe zur Grenze macht die sogenannten DMZ-Friedenswege zu einer Herzensangelegenheit der Delegation. Dabei handelt es sich um Fahr- und Wanderstrecken zum Thema Frieden und Erinnerung entlang der demilitarisierten Zone, die die beiden Teile Koreas trennt. Der „Weg des Friedens“ ist ein südkoreanisches Projekt im Zeichen der Entspannung und der Hoffnung auf ein friedliches Zusammenleben mit Nordkorea. Außerdem hat sich innerhalb der DMZ über die Jahrzehnte der menschlichen Unberührtheit eine einzigartige, naturbelassene, urwaldähnliche Pflanzen- und Tierwelt entwickeln. Die Gyeonggi Tourism Organization ist daher bestrebt, Einheimischen und Besuchern der Region ein außergewöhnliches und unvergessliches Naturerlebnis zu bieten. Um dieses Ziel zu erreichen, sondiert die Gyeonggi Tourism Organization derzeit auch Möglichkeiten zur Entwicklung von Nationalparks.

„Zunächst verwundert es vielleicht, warum sich eine touristische Delegation aus Südkorea ausgerechnet für den Nationalpark Hainich interessiert. Doch auch der Nationalpark Hainich ist aus zwei Truppenübungsplätzen hervorgegangen. Jahrzehntelang sind hier Panzer gefahren und haben ihre Schießübungen durchgeführt. Diese militärische Nutzung, aber zeitgleich die Entwicklung einer einzigartigen, unberührten und schützenswerten Natur mit zahlreichen seltenen und geschützten Tieren verbinden unsere Gebiete und machen einen Erfahrungsaustausch zu einer großen und überaus interessanten Bereicherung für beide Seiten. Dass historische Entwicklungen ein gutes Ende nehmen können, sieht man ganz konkret am Nationalpark Hainich. Insofern wünsche ich den Mitgliedern der Delegation viel Kraft und alles Gute für ihre Vorhaben“, so Revierleiter Jens Wilhelm.

 

Hintergrund DMZ

In etwa in der Mitte der koreanischen Halbinsel verläuft auf einer Länge von etwa 250 km die Grenze zwischen Nord- und Südkorea. Die DMZ ist ein vier Kilometer breiter Streifen über die gesamte Länge der Grenze. Formell befinden sich die beiden Teile Koreas immer noch in einem Kriegszustand, da der Koreakrieg 1950 bis 1953 mit einem Waffenstillstand und nicht mit einem Friedensvertrag endete.
Das Projekt der DMZ-Friedenswege ist Teil der Bemühungen Südkoreas, Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit zu geben, den Frieden zwischen den beiden Teilen Koreas und die Sicherheitslage auf der koreanischen Halbinsel hautnah zu erleben.

 

Cornelia Otto-Albers
Pressesprecherin

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