Neue Mitarbeiterin im Projekt „Eine Zukunft für den Skabiosen-Scheckenfalter in Thüringen“ engagiert sich für den bunten Tagfalter im Hainich
Das Jahr hat gerade erst begonnen und schon laufen weitere Arbeiten zur Verbesserung der Lebensräume für den Skabiosen-Scheckenfalter in der Pflegezone des Nationalparks Hainich an. Diese sehr seltene Tagfalterart hat ihr deutschlandweit individuenreichstes Vorkommen auf Trockenstandorten in den Offenlandbereichen des Nationalparks. Im Projekt „Eine Zukunft für den Skabiosen-Scheckenfalter in Thüringen“ engagiert sich die Nationalparkverwaltung zusammen mit den Projektmitarbeiterinnen der NATURA 2000-Station Gotha/Ilm-Kreis für den Schutz des seltenen Falters. Neu im Team ist die Göttingerin Cindy Schröer, die sich sowohl im Gebiet als auch mit dem Falter bestens auskennt.
„Jetzt im Winter ist auf unseren Projektflächen richtig viel los! Wir nutzen die Zeit, in der die meisten Tiere und Pflanzen in den Offenlandlebensräumen in Winterruhe und Winterstarre sind, um beispielsweise aufkommende Gehölze zu beseitigen. So bleiben die wertvollen waldfreien Lebensräume für den Falter und viele andere Arten des Offenlandes erhalten, ohne dass Tiere und Pflanzen von den Arbeiten gestört werden“, weiß Cindy Schröer, die ihre Masterarbeit über die Flugdistanzen des Skabiosen-Scheckenfalters geschrieben hat. Derzeit weist sie die Firmen, welche die Maßnahmen durchführen, ein und begleitet die Umsetzung der Managementmaßnahmen für den gefährdeten Tagfalter im Nationalpark. „Im Moment sehen die Maßnahmenflächen recht wüst aus. Wir lassen die auf den Offenlandflächen aufgewachsenen Gebüsche samt Wurzel aus dem Boden ziehen. Dafür ist große und schwere Technik nötig, die den Boden bei dieser nassen Witterung ziemlich aufwühlt. Durch das Ziehen der Wurzeln verhindern wir, dass die Gebüsche im nächsten Jahr wieder austreiben und eine erneute maschinelle Pflege der Flächen notwendig wird,“ erklärt die Schmetterlingskennerin. Und weiter weiß sie: „Durch die Befahrung der Bagger entstehen kleine verdichtete Senken. Hier sammelt sich das Wasser, was gerade den Amphibien, wie der ebenfalls gefährdeten Gelbbauchunke, im Sommer zu Gute kommt. Zudem werden die im Zuge der Maßnahmenumsetzung geschaffenen, offenen Bodenstellen gerne von Bodenbrütern wie der Feldlerche genutzt.“
Cindy Schröer und ihre Kolleginnen, die auch für die Arterfassungen zur Flugzeit des Skabiosen-Scheckenfalters zuständig sind, werden für alle Interessierten im Rahmen des Mitmachen-Programmes im Sommer Exkursionen im Offenland des Nationalparks anbieten – so es die Corona-Lage ermöglicht. Aktuelle Informationen dazu sind auf unserer Website unter www.nationalpark-hainich.de zu finden.
Cornelia Otto-Albers
Pressesprecherin
