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Ornithologie vom

Dem Grünspecht begegnet der aufmerksame Besucher im Nationapark häufig. Foto: Joachim Blank

Die vergangenen Tage mit Schnee, Eis und frostigen Temperaturen haben das Vogelleben kurzzeitig zum Stillstand gebracht. Gerade waren Bachstelzen, Singdrosseln und Rotkehlchen in großer Zahl in ihre hiesigen Brutgebiete zurückgekehrt. Der Wald füllte sich mit Leben und Liedern.

Die bitterkalten Nächte des nochmaligen Wintereinbruchs waren für nicht wenige der frühen Heimkehrer das tödliche Ende ihrer Reise.

Am wenigstens dürften darunter die Spechte gelitten haben, die es ohnehin gewohnt sind, mit den Widrigkeiten der kargen Jahreszeit fertig zu werden. Bereits im Januar  hörte man vereinzelt ihre Balzrufe und das typische Trommeln.

In den zahlreichen Sonnenstunden und bei angenehmen Tagestemperaturen des letzten Wochenendes startet das Konzert der Spechte nun wieder aufs Neue. Revierbesetzung und Höhlenbau läuten die anstrengende Brutzeit ein.

Zwei „grüne“ Arten begegnen dem aufmerksamen Beobachter im Hainich regelmäßig. Jetzt, vor dem Laubaustrieb ist auch die beste Zeit, sie zu Gesicht zu bekommen: Grau- und Grünspecht verbergen sich nicht nur in den Baumkronen, sondern kommen als sogenannte „Bodenspechte“ mit einer ausgeprägten Leidenschaft für Rasenameisen auch regelmäßig auf die Erde.

Der Grünspecht scheut die Nähe des Menschen nicht und gehört mittlerweile zu den typischen Stadtvögeln, wo man ihn in Gärten und Parks mit halbwegs altem Baumbestand antreffen kann. Im Hainich sind es vor allem Waldrandbereiche oder Areale mit großen sonnigen Lichtungen. An der Thiemsburg sind Grünspechte gut zu beobachten, nicht selten direkt auf dem Straßenrandstreifen oder auf den Grünflächen des Parkplatzes.

Eine Reihe von „klü“-Rüfen – an Lachen erinnernd – ist das akustische Markenzeichen der Art, das bei schönem Wetter oft und unverdrossen vorgetragen wird.

Nach erfolgreicher Werbung und Partnerwahl, beginnen die Mühen der Brutzeit: 2 bis 4 Wochen Höhlenbau, gut 2 Wochen Brut, fast 4 Wochen Futterbeschaffung für ein halbes Dutzend bettelnder Jungvögel und weitere 4 - 7 Wochen Führung und Anleitung des Nachwuchses nach dem Verlassen der Höhle. Bis August wird sich nun also alles um die Arterhaltung drehen.

 

Achim Blank

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