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Beringung von Schwarzspecht-Nestlingen

Praktikanten-Tagebuch vom

Schwarzspechtnestlinge in der Bruthöhle Foto: Archiv Nationalparkverwaltung

Immer im Frühjahr, von April bis Juni, findet die Jahresbrut der Schwarzspechte statt. Sie legen drei bis fünf weiße Eier, die innerhalb von 12 bis 15 Tagen von beiden Elternteilen ausgebrütet werden. Die Jungen der Schwarzspechte sind Nesthocker, die etwa 28 Tage im Nest bleiben. Wenn sie flügge werden, vertreiben die Eltern sie aus dem Nest. Der Familienverband löst sich auf.

In der Zeit, die die Spechtjungen noch im Nest verbringen, werden einige vom Nationalpark beringt: Sie bekommen einen kleinen Ring mit einer Nummer an den Fuß. Diese Beringung erfolgt, um zum Beispiel verstorbene Tiere wiederzuerkennen oder um zu beobachten, ob die Vögel den Nationalpark verlassen oder nicht.

Gestern durften wir, Praktikanten und FöJler (Freiwilliges ökologisches Jahr), bei der Beringung eines jungen Schwarzspechtes dabei sein. Es war spannend zu sehen, wie die Ranger mit Gurten und Seilen den Baum bestiegen, um das mehrere Meter hohe Nest zu erreichen. Da der Schwarzspecht der größte seine Art ist, kann man in die Höhle mit der ganzen Hand hinein fassen. Der junge Specht wird in einem kleinen Beutel vorsichtig herabgelassen und erhält von einem Beringer einen Ring mit Nummer an sein Bein. Die Beringung kann erst bei größeren Jungtieren erfolgen, da sonst der Ring wieder abrutschen könnte. Dies ist nicht ganz einfach, da das Jungtier sich zur Wehr setzt und versucht zu fliehen. Nachdem er den Ring erhalten hat, wird der Jungvogel mit dem Beutel wieder nach oben geschickt und von einem der Ranger vorsichtig zurück in sein Nest gesetzt.

 

Karoline Hettig, Freiwillige im Nationalpark Hainich

 

Cornelia Otto-Albers

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