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Meine Zeit im Nationalpark Hainich

PraktikantInnen-Tagebuch vom

  • Die Erholung hat sie sich verdient! Leoni relaxt im Wald. Foto: Janice Kauert
  • Leoni schwer bepackt auf dem Weg zur Schulklassenführung. Foto: Janice Kauert

Ich bin Leoni und hab letztes Jahr von August bis Ende Oktober 2023 mein Commerzbank-Umweltpraktikum im Nationalpark Hainich gemacht. Rückblickend war diese Zeit wirklich eines meiner Highlights des letzten Jahres. Ich konnte unglaublich viel mitnehmen und lernen, weil ich sehr viel selbstständig arbeiten durfte und so meine Fähigkeiten noch besser kennengelernt habe. Meine Aufgaben gingen von den typischen Praktikantenjobs bis zu der eigenständigen Durchführung eines Schulklassenprogramms. Die Verwaltung ist eine spannende Gesellschaft und wenn man Unterstützung braucht, findet sich jemanden, der einem helfen kann.

Während der Sommersaison ist einiges los. Ich war beim Wildniscamp dabei, bei dem mehrere Ranger, die FÖJler und die Umweltpraktis mit einigen Kindern für vier Tage im Nationalpark campen. Es gibt keinen Strom- und Wasseranschluss. Dafür aber eine Feuerstelle, einen Brunnen und Komposttoiletten. Mir hat es sehr viel Freude bereitet mit den Kindern die Natur zu entdecken und ihre Begeisterung zu wecken. Außerdem war es auch für mich persönlich spannend, vier Tage so abgelegen zu verbringen.

Eine typische Woche in der Umweltbildung kann so aussehen: In der vorherigen Woche wird abgeklärt, welche Schulklassenprogramme wann stattfinden und wer dafür zuständig ist. Am Montag heißt es dann, alles Nötige für die Führungen vorbereiten, Materialen zusammenpacken, das Konzept gegebenenfalls nochmal durchgehen und sich überlegen, ob man Teile der Führung übernehmen möchte. Die Führung findet vormittags statt. Meistens ist man schon vor 8 Uhr im Nationalpark und bereitet die letzten Feinschliffe vor. Dann ist man je nach Führung 3 – 5 Stunden im Wald und bringt den Kindern und Jugendlichen die Natur näher. Mir persönlich hat dieser Teil immer unglaublich Spaß gemacht. Die Reaktionen der Schüler*innen zu sehen und deren Rückmeldung zu hören ist sehr spannend. Natürlich sind hier nicht alle Begegnungen positiv, aber auch die negativen haben mir dabei geholfen zu sehen, was gut läuft und was ich noch verbessern kann. Am Nachmittag geht es dann meist etwas erschöpft zurück in die Verwaltung. Entweder bereitet man sich dann für den nächsten Tag und die nächste Führung vor, oder kümmert sich um längerfristige Projekte. Wenn freitags keine Führung mehr ist und für die nächste Woche schon alles vorbereitet ist, klappt es auch mal, dass man einen Tag alleine, oder mit den anderen Praktis/FÖJler*innen, eine neue Rute im Nationalpark erkunden kann. Mir hat das sehr geholfen, mir mein eigenes Bild machen zu können, mal in Ruhe zu entdecken und natürlich auch einfach diesen wunderschönen alten Wald zu genießen.

In meiner Zeit im Nationalpark hat es sich auch sehr gelohnt bei der Forschung reinzuschnuppern. Dieser Arbeitsbereich ist ganz anders als die Umweltbildung. Hier wird viel im Feld, was in diesem Fall im Wald oder auf den Beweidungsflächen des Nationalparks bedeutet, erhoben. Ich war für zwei Tage mit einem Ranger unterwegs. Das Tolle daran war, nochmal an ganz neue Standorte des Nationalparks zu kommen und natürlich zu sehen, wie wichtig Schutzgebiete für die Forschung sind. Während dieser zwei Tage haben wir, während wir Wildkameras überprüften, eine Wildschweinrotte und Rotwild gesehen. Das war beeindruckend.

Mir hat die Zeit im Nationalpark sehr geholfen herauszufinden, was ich später machen möchte und wo meine Stärken und auch Schwächen liegen. Es war eine sehr hilfreiche Erfahrung für drei Monate mitzuerleben, was es bedeuten kann, in einem Nationalpark zu arbeiten. Ich kann ein Praktikum im Nationalpark Hainich nur weiterempfehlen!

Leoni Miller

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Cornelia Otto-Albers

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