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Teaser: Wanderführer Nationalpark Hainich
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Die Tierwelt des Nationalparks Hainich

Foto: Wildkatze schleicht über einen Stamm
Raubtier auf leisen Pfoten: Die Wildkatze Foto: Th. Stephan

Es ist nicht immer ganz so einfach, den Tieren im Nationalpark Hainich zu begegnen, denn viele von ihnen sind scheu und verstecken sich vor den zweibeinigen Gästen. Doch es lohnt sich, aufmerksam zu lauschen und zu beobachten, vielleicht entdecken Sie ja eine Wildkatze?

Im Hainich sind neben den für mitteleuropäische Laubmischwälder typischen Tierarten (z.B. Reh, Dachs und Wildschwein, Vögeln wie Buchfink, Waldlaubsänger und Buntspecht, Lurchen wie Grasfrosch und Erdkröte) aufgrund der Großflächigkeit der Wälder, des hohen Strukturreichtums und des hohen Totholzanteils auch zahlreiche Besonderheiten und sehr spezialisierte Arten zu finden. Bei den Säugetieren - insgesamt mit 49 Arten vertreten - sind hier allein 15 Fledermausarten, der Baummarder sowie die Wildkatze zu nennen. 

Scheuer Jäger in der Nacht

Die scheue Wildkatze zählt zu den größten Besonderheiten des Hainich. Ehemals in Deutschland und Europa weit verbreitet, ist das Areal der Wildkatze stark geschrumpft. Ihr Überleben bei uns ist eng mit der Erhaltung großflächiger, unzerschnittener und strukturreicher Wälder wie dem Hainich verknüpft. Die Wildkatze bevorzugt überwiegend bewaldete, reich strukturierte Gebiete. Verstecke, Ruhe- und Wurfplätze befinden sich in Gebüschen, Reisighaufen, hohlen Bäumen, Fuchs- und Dachsbauten. Ihre Hauptnahrung sind Mäuse. Die Jagdreviere der Wildkatze umfassen mehrere hundert Hektar, so dass es nicht verblüfft, wenn im gesamten Hainich nicht mehr als ungefähr 30 Tiere leben. Optisch unterscheidet sich die Wildkatze von der ähnlich gezeichneten Hauskatze durch ihren buschigen Schwanz mit dunklen Ringen und schwarzem, stumpfen Ende sowie durch ihre Größe, doch bestehen durchaus Verwechslungsmöglichkeiten. 

Seltene Bewohner des Nationalparks

Bei den mehr als 189 nachgewiesenen Vogelarten (davon 107 als Brutvögel) sind als besonders bemerkenswert das Vorkommen aller sieben in Thüringen heimischen Spechtarten, des Schwarzstorchs, des Baumfalken und des Raubwürgers zu nennen. Weitere Besonderheiten sind Braun- und Schwarzkehlchen sowie Bekassine.

Von den fünf Reptilienarten sind Ringelnatter und Schlingnatter hervorzuheben. 

Bei den Amphibien mit 13 Arten sind die großen Vorkommen von Laubfrosch, Kammmolch und Gelbbauchunke zu nennen. Bemerkenswert sind ferner Kreuzkröte und Feuersalamander.

Wunderschöne Flieger

Unter den rund 560 Großschmetterlingsarten finden sich zahlreiche gefährdete Arten. An bemerkenswerten Tagfaltern seien der Abbiß-Scheckenfalter, der Hylas-Bläuling, der Große Eisvogel sowie der Große Schillerfalter genannt. Aufgrund mehrjähriger systematischer Erfassungen der Großschmetterlinge ist der Kenntnisstand relativ gut. Bei einer Untersuchung der Kleinschmetterlinge würde die Gesamtartenzahl auf deutlich über 1000 steigen.

Das "Aufräumkommando" des Waldes

Fast unüberschaubar ist die Vielfalt bei den Käfern. Für holzbewohnende Käferarten, zu denen über 513 der bisher rund 2.150 im Nationalpark Hainich nachgewiesenen Arten gehören, bieten die totholzreichen Bestände ein wahres Eldorado. 
Neufunde für Thüringen, Wiederfunde ausgestorbener Arten und viele Arten der Roten Listen belegen eindrucksvoll die Bedeutung von Totholz größerer Dimension. 

Ein spektakulärer Fund gelang mit dem Rindenkäfer Synchita separanda (deutscher Name: Reitters Strunk-Saftkäfer), einem Urwaldrelikt, der in ganz Deutschland als ausgestorben galt.


Zu diesen und weiteren Artengruppen liegen Artenlisten vor, die jährlich aktualisiert werden. In unseren Nationalpark-Informationen bieten wir das "Erkennen"-Faltblatt "Vögel" an, welche typische Vogelarten des Nationalparks vorstellt. Zusätzlich gibt es eine reich bebilderte Broschüre zum Thema "Spechte".