. .
Suche
Seitenanzeige
Überblick
Teaser: Weltnaturerbe Buchenwälder
Teaser: MITMACHEN, Veranstaltungen im Nationalpark Hainich
Teaser: Wanderführer Nationalpark Hainich
Herausgeber

Biologische Vielfalt - Reichtum der Erde

Im Mai verwandelt der Bärlauch den Waldboden in ein weißes Blütenmeer

Der Bär-Lauch

von Marion Löbnitz

Der Bär-Lauch, die wörtliche Übersetzung seines wissenschaftlichen Namens Allium ursinum, ist von April bis Mai eine der häufigsten nicht nur zu sehenden sondern auch zu riechenden Pflanzenarten des Nationalparks Hainich.
Wenn die Blüte des Vorfrühlings mit Märzenbecher, Wald-Goldstern, Hohler Lerchensporn und Busch-Windröschen fast vorbei ist, beginnt Mitte April die Bärlauch-Blüte.

 

Die breiten, fast tulpenähnlichen, aber zarteren und langgestielten Blätter erinnern zunächst nicht an eine Lauchpflanze aber der scharfe Knoblauch-Geschmack des Blattes und der Geruch der Pflanze sagt uns deutlich, dass wir eine Art aus der Gattung Lauch, zu der auch Knoblauch, Küchen-Zwiebel und Schnitt-Lauch gehören, vor uns haben.
Als typischer Frühblüher besitzt er ein Speicherorgan in Form einer Zwiebel, die Reservestoffe aus dem Vorjahr gespeichert hat. Das ermöglicht der Pflanze im Frühjahr einen schnellen Start zum Wachsen, Blühen und Fruchten. Der Prozess muss abgeschlossen sein, bevor das Laub der Bäume den Waldboden verdunkelt. Die Zwiebel überdauert im Boden den trockenen Sommer und kalten Winter ohne Schaden, während Blätter und Fruchtstand bald nach dem Blühen ab Juni absterben.

Der Bär-Lauch kommt an Standorten, die für ihn optimal sind, wie auf nährstoffreichen und tiefgründigen Böden, oft flächendeckend vor. Im Nationalpark ist er eine häufige Begleitart der vorherrschenden Waldgesellschaft des Haargersten-Buchenwaldes, besonders an dessen frischen bis sickerfeuchten Standorten.

Wie viele Laucharten wurde früher der Bär-Lauch als Wildgemüse und Heilpflanze verwendet. Seine medizinischen Anwendungen sind ähnlich denen des Knoblauchs. Ätherische Öle mit Schwefelverbindungen haben eine blutreinigende, krampfstillende und entgiftende Wirkung. Diese antibiotischen Substanzen können auch gegen bakteriell-infektiöse Darmerkrankungen wirksam sein. Von vielen Naturärzten wird der Bär-Lauch dem Knoblauch vorgezogen. Das reichlich vorhandene Vitamin C ist besonders im Frühjahr wichtig, um sich vor Erkältungen zu schützen. Dann darf die Pflanze aber nicht höheren Temperaturen ausgesetzt werden.
Am wirksamsten sind die frischen Blätter, die als Beilage zu Salat, Brot und Quark gegessen werden.

Sehr herzhaft ist Bär-Lauch-Suppe, die in einigen Gasthäusern rund um den Nationalpark angeboten wird. Sie ist auch leicht selbst zuzubereiten: dazu Semmelmehl in Öl anrösten, mit Brühe auffüllen, aufkochen, abschmecken. Fein geschnittene oder pürierte Bär-Lauch-Blätter frisch zugeben, Menge je nach Bedarf (je mehr, desto schärfer im Geschmack), nicht mehr kochen. Saure oder süße Sahne zugeben, je nach Vorliebe.
Gleichgültig ob selbst gekocht oder serviert, lassen Sie sich die Suppe schmecken, aber denken Sie daran, den Bär-Lauch außerhalb der Grenzen des Nationalparkes zu pflücken und auch dann bitte nur die Menge für den eigenen Bedarf.

Foto: Die Dolden des Bärlauchs mit ihren sternförmigen Einzelblüten.

Weiße Sterne mit Zwiebelduft - blühender Bärlauch Bilder: Th. Stephan