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Teaser: Wanderführer Nationalpark Hainich
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Biologische Vielfalt - Reichtum der Erde

Am 20. Dezember 2006 erklärten die Vereinten Nationen das Jahr 2010 zum Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt. Im Laufe dieses Jahres finden dazu bundesweit diverse Vorträge, Lesungen und geführte Wanderungen statt. Das Ziel ist es, der breiten Öffentlichkeit die Bedeutung der Biodiversität und die Folgen ihres Verlustes durch Umweltverschmutzung, Raubbau und Flächenversiegelung näher zu bringen.

Der Nationalpark Hainich informiert mit zwölf Fachartikeln über auserwählte, jedoch typische Tier- und Pflanzenarten des geschützten Kalkbuchenwaldes Hainich. Die verfassten Fachartikel berichten nicht über die  prominenten Tier- und Pflanzenarten im Nationalpark, sondern verweißen auf Lebewesen, die man nur bei genauerer Betrachtung im Hainich entdecken kann. Mit einem Beitrag über das kleinste Raubtier der Welt, das Mauswiesel, wird der Reigen eröffnet.

 

Biologische Vielfalt - Grundlage des Lebens

Unter biologischer Vielfalt ("Biodiversität") versteht man den Reichtum der Lebensformen, ihrer Lebensräume und ihrer Beziehungen untereinander.Die Natur und ihre biologische Vielfalt sind unsere Lebensgrundlage - sauberes Wasser, fruchtbare Böden und Sauerstoff zum Atmen. Die Produkte der Natur ernähren uns, sichern Arbeitsplätze und sollen den Menschen ein gutes Einkommen gewährleisten.Die biologische Vielfalt umfasst die Gesamtheit aller Lebensformen. Sie zeigt sich in der Vielfalt der Arten, ihrer Lebensräume sowie der Vielfalt an genetischen Informationen innerhalb der Arten. 

Heutzutage ist die Biodiversität weltweit bedroht. Etwa alle 20 Minuten stirbt auf der Welt eine Art aus - das sind mehr als 26.000 Arten jährlich. Die Gesamtzahl der Arten hat zwischen 1970 und 2000 um 40 % abgenommen. Auch unsere heimischen Pflanzen und Tieren sind betroffen – jede drittes Tier und jede vierte Pflanze ist bereits gefährdet. Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen erklärte zum Internationalen Jahr der Biodiversität: "Zerstören wir die Natur weiter, bringen wir uns langfristig selbst um unsere Existenz- und Wirtschaftsgrundlage." Dabei können gezielte Schutzprogramme erstaunliche Erfolge haben: die Rückkehr des Luchs ist ein prominentes Beispiel.

 

Vielfalt der Arten, Gene und Landschaften

Die Biologische Vielfalt umfasst Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen. Ungefähr zwei Millionen Arten wurden bislang weltweit beschrieben, dies ist jedoch nur als Bruchteil der gesamten Artenzahl der Erde anzusehen. Schätzungen schwanken zwischen 10 und 200 Millionen Arten. In Deutschland sind allein ca. 6500 Käferarten heimisch, rund 1.400 Arten sind auf Holz oder Holz bewohnende Pilze spezialisiert.  Die ganze Bandbreite der genetischen Informationen innerhalb der Arten gehört ebenfalls zur Biologischen Vielfalt. Dazu zählen der unterschiedliche Geschmack verschiedener Apfelsorten oder das Aussehen zahlreicher Hunderassen. Unterschiedliche Lebensräume wie Wälder und Heiden, Flüsse und Seen, Agrar- und Stadtlandschaften sind Teil der biologischen Vielfalt. Erst die Verschiedenartigkeit der Lebensräume ermöglicht, dass sowohl Tiere und Pflanzen als auch der Mensch ihren Bedürfnissen entsprechend leben können. Auch diese Verschiedenartigkeit muss geschützt werden: von den in Deutschland vorkommenden natürlichen Lebensräumen sind insgesamt 72,5 % gefährdet.

 

Das Übereinkommen über die Biologische Vielfalt

Der Erhalt der Natur mit ihrer Eigendynamik und ihren Ressourcen ist die große Herausforderung der Menschheit in der heutigen Zeit. Dies muss zum Bestandteil unserer wirtschaftlichen Entwicklung werden.Das Übereinkommen über die Biologische Vielfalt ist das weltweit umfassendste Abkommen zum Schutz der Natur und zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen auch für kommende Generationen. Es ist ein völkerrechtlich bindender Vertrag der 1992 auf dem Erdgipfel in Rio de Janeiro verabschiedet wurde. Bisher ist er von 191 Staaten unterzeichnet worden. Deutschland ist seit 1994 Vertragspartei. Die Europäische Union und Deutschland haben sich somit verpflichtet, die Ziele des Übereinkommens umzusetzen.

Die drei wichtigsten Ziele des Übereinkommens sind:
1. der Schutz und Erhalt der Biologischen Vielfalt,
2. die nachhaltige Nutzung der Biologischen Vielfalt und
3. die gerechte Aufteilung der Vorteile aus dem Nutzen der Biologischen Vielfalt.

Zum zehnjährigen Bestehen des Übereinkommens rief das Bundesumweltministerium 2002 eine breit angelegte Kampagne unter dem Motto „Leben braucht Vielfalt“ ins Leben. Der Nationalpark Hainich richtete unter diesem Motto die Nationalparktage aus und entwickelte neue Faltblätter zu einheimischen Vögeln, Bäumen und Blütenpflanzen.

Wer sich eingehender über die weltweite Artenvielfalt und ihre Bedeutung für den Menschen informieren will, dem sei das folgende ausgezeichnete Buch empfohlen: "Life Counts - Eine globale Bilanz des Lebens" von M. Gleich, D. Maxeiner, M. Miersch, F. Nicolay. Mit Beiträgen zahlreicher Gastautoren. Berlin Verlag.