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Vorstellung des Nationalparks Hainich

Kreislauf der Natur: Entstandene Lücken werden von jungem Grün schnell zurück erobert Foto: Th. Stephan

Im Nationalpark Hainich lädt eine faszinierende Landschaft mit einer seltenen Pflanzen- und Tierwelt zum Neuentdecken der Natur ein.

Der Nationalpark Hainich wurde am 31.12.1997 gegründet. Seine Fläche beträgt 7.500 Hektar. Mit einer Gesamtfläche von ca. 16.000 Hektar ist der Hainich das größte zusammenhängende Laubwaldgebiet Deutschlands. Er liegt in Deutschlands Mitte, in Thüringen, im Dreieck der Städte Eisenach, Mühlhausen und Bad Langensalza. 
Seit dem 25. Juni 2011ist der Hainich Teil der UNESCO- Weltnaturerbestätte "Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands".

 

Im Nationalpark Hainich soll sich der "Urwald mitten in Deutschland" ungestört entwickeln können. Entsprechend dem Motto der deutschen Nationalparke, "Natur Natur sein lassen", sind aktuell bereits über 90 % der Gesamtfläche des Nationalparks ungenutzt. Lediglich Weideflächen unterliegen noch  einer extensiven Nutzung.  

Der Nationalpark Hainich präsentiert sich heute als ein umfassendes Lebensraummosaik. Er besteht in den Randbereichen aus extensiv beweideten Magerrasen, die durchsetzt sind mit zahlreichen Kleingewässern sowie größeren und kleineren Gebüschen und Gehölzgruppen. Angrenzend gibt es großflächige Gehölzsukzessionen, die übergehen in die flächenmäßig dominierenden arten- und strukturreichen Laubholzbestände mit hohem Alt- und Totholzanteil. 

Foto: Hügelige Waldlandschaft im Nationalpark Hainich

Der Hainich ist ein Muschelkalk-Höhenzug; seine höchste Erhebung ist mit 494 Metern der „Alte Berg“. Kennzeichnend für diesen Höhenzug sind die verschiedenen Buchenwaldgesellschaften, in denen neben der Rotbuche auch zahlreiche andere Laubbaumarten, wie Eschen, Ahorne, Linden und die seltene Elsbeere vorkommen. Über dem Muschelkalk bilden sich landschaftsprägend Waldmeisterbuchen­wälder, in trockeneren Bereichen auch Orchideenbuchenwälder aus. 

 

Im Gegensatz zu vielen anderen Waldgebieten Deutschlands und Mitteleuropas sind im Hainich die Waldbestände trotz jahrhundertelanger Nutzung relativ naturnah geblieben. Der Nadelholzanteil beträgt im Nationalpark weniger als 3 % der Gesamtfläche. 

Auf vielen ehemals militärisch genutzten Freiflächen spielt sich derzeit ein eindruckvoller Wiederbewaldungsprozess ab.

 

links: Ansicht im Jahr 2000/ rechts: Ansicht im Jahr 2006
2000 2006

Beeindruckend ist das vielfältige Artenspektrum der Tier- und Pflanzenwelt im Nationalpark Hainich. Besonders hervorzuheben sind das Vorkommen von:

  • 49 Säugetierarten, davon 15 Waldfledermausarten sowie die Wildkatze mit ca. 30 Exemplaren, 
  • 189 Vogelarten, darunter allein 7 verschiedene Spechtarten, 
  • 5 Kriechtier- und 13 Lurcharten,
  • ca.800 verschiedene Großschmetterlingsarten, 
  •  rund 2150  Käferarten, davon viele holzbewohnende  und hochgradig gefährdete Arten, 
  • ca. 1650 Pilzarten und 
  • ca. 800 Farn- und Blütenpflanzen, darunter seltene Frühlingsblüher in großen Beständen. 

Schulklasse beim Beobachten

Im Nationalpark Hainich laden einmalige Lebensräume mit einer seltenen Pflanzen- und Tierwelt Groß und Klein zum Entdecken ein.