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Vorstellung des Nationalparks Hainich

Kreislauf der Natur: Entstandene Lücken werden von jungem Grün schnell zurück erobert Foto: Th. Stephan
Im Nationalpark Hainich lädt eine faszinierende, unberührte Landschaft mit einer seltenen Pflanzen und Tierwelt zum Neuentdecken der Natur ein.
Der Nationalpark Hainich wurde am 31.12.1997 als 13. Nationalpark Deutschlands gegründet. Seine Fläche beträgt 7.513 Hektar. Mit einer Gesamtfläche von ca. 16.000 Hektar ist der Hainich das größte zusammenhängende Laubwaldgebiet Deutschlands. Er liegt in Deutschlands Mitte, in Thüringen, im Dreieck der Städte Eisenach, Mühlhausen und Bad Langensalza.
Im Nationalpark Hainich soll sich der "Urwald mitten in Deutschland" ungestört entwickeln können. Entsprechend dem Motto der deutschen Nationalparke, "Natur Natur sein lassen", sind aktuell bereits über 90 % der Gesamtfläche des Nationalparks ungenutzt. Lediglich Nadelwaldbestände und Weideflächen unterliegen noch einer extensiven Nutzung.
Der Nationalpark Hainich präsentiert sich heute als ein umfassendes Lebensraummosaik. Er besteht in den Randbereichen aus extensiv beweideten Magerrasen, die durchsetzt sind mit zahlreichen Kleingewässern sowie größeren und kleineren Gebüschen und Gehölzgruppen. Angrenzend gibt es großflächige Gehölzsukzessionen, die übergehen in die flächenmäßig dominierenden arten- und strukturreichen Laubholzbestände mit hohem Alt- und Totholzanteil.
Der Hainich ist ein Muschelkalk-Höhenzug; seine höchste Erhebung ist mit 494 Metern der „Alte Berg“. Kennzeichnend für diesen Höhenzug sind die verschiedenen Buchenwaldgesellschaften, in denen neben der Rotbuche auch zahlreiche andere Laubbaumarten, wie Eschen, Ahorne, Linden und die seltene Elsbeere vorkommen. Über dem Muschelkalk bilden sich landschaftsprägend Waldmeisterbuchenwälder, in trockeneren Bereichen auch Orchideenbuchenwälder aus.
Im Gegensatz zu vielen anderen Waldgebieten Deutschlands und Mitteleuropas sind im Hainich die Waldbestände trotz jahrhundertelanger Nutzung relativ naturnah geblieben. Der Nadelholzanteil beträgt im Nationalpark weniger als 3 % der Gesamtfläche.
Auf vielen ehemals militärisch genutzten Freiflächen spielt sich derzeit ein eindruckvoller Wiederbewaldungsprozess ab.
Beeindruckend ist das vielfältige Artenspektrum der Tier- und Pflanzenwelt im Nationalpark Hainich. Besonders hervorzuheben sind das Vorkommen von:
- 46 Säugetierarten, davon 14 Waldfledermausarten sowie die Wildkatze mit ca. 30 Exemplaren,
- 185 Vogelarten, darunter allein 7 verschiedene Spechtarten,
- 5 Kriechtier- und 12 Lurcharten,
- 797 verschiedene Großschmetterlingsarten,
- rund 2028 Käferarten, davon viele holzbewohnende - und hochgradig gefährdete Arten,
- ca. 1600 Pilzarten und
- ca. 800 Farn- und Blütenpflanzen, darunter seltene Frühlingsblüher.
Im Nationalpark Hainich lädt somit eine faszinierende, augenscheinlich unberührte Landschaft mit einer seltenen Pflanzen- und Tierwelt zum Wiederentdecken der Natur ein.










