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Teaser: Das Wetter im Nationalpark Hainich
Teaser: Wanderführer Nationalpark Hainich
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Wanderweg Betteleiche

Die Betteleiche ist ein sagenumwobener Baum im Hainich.

Symbol: die Betteleiche

Die Betteleiche ist zugleich ein Symbol für die wechselvolle Geschichte des Hainichs in der Mitte von Deutschland.

Entfernung und Schwierigkeitsgrad
Der Weg ist 11,2 km lang, weitgehend gut ausgebaut und in 4 Stunden zu erwandern.

 

 

Auf dem Betteleichenweg …

 

Ausgangspunkt 
Ausgangspunkt ist der Wanderung ist der Parkplatz „Am Obergut“ in Kammerforst.

1. Ziel: Obergut im Buchenwald 
In Kammerforst, erstmals im Jahre 860 erwähnt, drängen sich entlang der Straße zum Obergut Fachwerkhäuser eng aneinander. Im Obergut, einem Fachwerkbau aus dem 16. Jahrhundert, befindet sich eine der vier Nationalpark-Informationen mit der Ausstellung „Naturerbe Hainich“. Hier entführt ein Film den Betrachter in die Welt des Hainichs im Wechsel der Jahreszeiten.

Vom Obergut geht es bergauf die nächste Straße nach links und dann nach
rechts auf die Reckenbühlstraße, die leicht bergauf an Streuobstwiesen vorbei
bis zum Waldrand führt. Hier biegt der Weg nach links und verläuft entlang
eines Lärchenwäldchens in den Bechstedter Grund, der seinen Namen nach der schon 1506 wüstgefallenen Dorfstelle Bechstedt östlich von Kammerforst hat.

Der Wanderer folgt nun kurz dem Grund in den Wald hinein. Nach einigen
hundert Metern windet sich der Weg nach links bergauf in den Nationalpark.
Wieder langsam bergab führend, wechselt das Waldbild kaum merklich vom Buchenwald zum Schluchtwald, geprägt von Esche und Ahorn.

 

… in den Nationalpark hinein …

 

2. Ziel: Zum Schluchtwald
Schluchtwälder sind bezeichnend für die vielen Trockentäler des Hainichs, die nur wenige Tage im Jahr Wasser führen. In der Baumschicht haben Eschen und Ahorne die Buche abgelöst. Frühblüher bilden auf dem Talgrund farbenfrohe Teppiche – die Farbpalette reicht vom Weiß der Märzenbecher und Buschwindröschen über Rotviolett des Hohlen Lerchensporns und Blau der Leberblümchen bis zum Gelb von Scharbockskraut, Wald-Goldstern, Gelbem Windröschen und Hoher Schlüsselblume.

3. Ziel: Durch den Thamsbrücker Grund
Entlang des Thamsbrücker Grundes sind Grenzsteine mit folgenden eingearbeiteten Buchstabenfolgen zu finden: THB für Thamsbrück, vH für „von Hopfgarten“, die ehemaligen Besitzer des Ihlefeldes, und GF für Gemeinde Flarchheim. Nach rechts geht es nun über eine massive Holztreppe bergauf bis zum Breiten Weg (Teil des „Waagebalkenweges“). Hier biegt der Wanderer nach links und gelangt durch strukturreiche Laubwälder zur Betteleiche.


 … an Betteleiche und Ihlefeld vorbei … 

4. Ziel: Betteleichenweg
Um die Betteleiche, die Hermann Gutbier schon 1894 beschreibt, rankt sich eine Sage: Früher legten Einheimische und Vorbeireisende Spenden und Bittzettel für die Mönche der Klause am Ihlefeld an dieser Eiche nieder. Um die Gaben vor dem Wetter zu schützen, schlugen die Mönche eine kastenförmige Aushöhlung in den Stamm des Baumes. Durch fortschreitende Verwitterung erhielt die Eiche langsam ihre Gestalt.

An der Betteleiche öffnet sich der Blick auf extensiv genutzte Wiesen, verwil-
derte Obstbäume und bei genauerem Hinsehen auf überwachsene Siedlungs-
reste – auf die legendäre Wüstung Ihlefeld. Von April bis Oktober lädt hier am Wochenende ein Imbiss zum Verweilen ein.

5. Ziel: Ihlefelder Kreuz
Die Geschichte des Ihlefelds beginnt um 1110 – die Bruderschaft des Heiligen Antonius bekam ein Waldgebiet geschenkt, in dem Mönche die Klause „Eilfelden“ errichteten. Bald spielte diese eine wichtige Rolle als „Walpert“, Wallfahrtsort. 1443 wurde die Klause vom St. Katharinen Kloster Eisenach erworben und vor allem als Wirtschaftshof genutzt. Reformation und Bauernkrieg beendeten dann das religiöse Leben im Hainich. Das Ihlefeld gelangte nun als Lehngut in den Besitz derer von Hopfgarten. 1964 wurden, aufgrund der Einrichtung des Truppenübungsplatzes Weberstedt, die Gebäude des Ihlefeldes abgerissen. Auf dem Kellergewölbe eines ehemaligen Forsthauses entstand 1995 eine Schutzhütte.

Auf dem breiten Fahrweg geht es weiter vorbei am links im Wald liegenden Ihlefelder Kreuz, dem ältesten Flurdenkmal des Hainichs, bis zur Kreuzung mit der „Eisernen Hand“. Hier folgt der Wanderer vorerst dem Ringfinger Richtung Craula – Gotha (geradeaus).

6. Ziel: Eiserne Hand
Die Eiserne Hand wird im Langensalzaer Amtsbuch schon 1554 erwähnt. Die eigenwillig gebogenen Finger des geschmiedeten Kunstwerkes weisen auf verschiedene Orte in und um den Hainich hin. Das Original der Eisernen Hand befindet sich in Mülverstedt.
 


… zurück nach Kammerforst. 


Nach ungefähr 250 Metern biegt der Betteleichenweg nach links auf die Triftchaussee, von der man wiederum nach links auf die Wiederbewaldungsflächen des ehemaligen Truppenübungsplatzes Weberstedt gelangt.

Immer wieder leuchtet hier im Sommer am Wegesrand gelb das Johanniskraut, die vertrockneten rötlichbraunen Fruchtstände stehen aber auch noch gut erkennbar bis weit in den Winter.

7. Ziel: Entdecken des Johanniskraut
Im Johanniskraut, der Pflanze der Sommersonnenwende, ist die Kraft der Sonne eingefangen, um für dunkle Wintertage vorzuhalten. Die Pflanze hat eine weitverbreitete mythische Bedeutung. Zerreibt man die Blätter zwischen den Fingern, färben sich diese etwas rot, weshalb die Pflanze in einigen Kräuterbüchern auch „Elfenblut“ genannt wird.

Bevor man den Parkplatz „Am Zollgarten“ erreicht, ist linkerhand ein artenreicher Waldrand ausgebildet. Vom Parkplatz kann man einen beeindruckenden Blick über das Thüringer Becken genießen.

8. Ziel: Thüringer Becken
Das Thüringer Becken mit seiner offenen Landschaft ist ältester Siedlungsraum. Zur Zeit der wilden Feldgraswirtschaft wurden von „Toringi“, den Thüringern, Pferde gehalten, die bis ins Römische Reich bekannt waren. Dank der günstigen klimatischen Bedingungen und der fruchtbaren Löß- und Schwarzerdeböden konnte sich sehr bald intensiverer Ackerbau entwickeln, der bis heute anhält. Weite Feldflächen, die in heißen Sommern steppenartig erscheinen, wechseln mit kleinen stattlichen Dörfern, deren Alter man manchem Haus und mancher Kirche noch ansehen kann. Eine gepflasterte Straße führt wieder zurück nach Kammerforst.

 

Die Umgebung

 

 „Opfermoor Vogtei" bei Niederdorla

Das „Opfermoor Vogtei“ bei Niederdorla, ein frühgeschichtliches Seeheiligtum, lässt durch rekonstruierte Altaranlagen und Hütten das kultische Leben unserer Vorfahren erahnen. Eben an diesem Ort markiert eine Linde den geographischen Mittelpunkt Deutschlands.

Wasserspeicher Seebach
Vogelkundlich Interessierten sei der Wasserspeicher Seebach empfohlen, mit 

25 Brutpaaren das individuenreichste Haubentauchervorkommen Thüringens.
Die Vogelschutzwarte Seebach wurde 1908 von „Vogelbaron“ Hans Freiherr von Berlepsch begründet. Führungen durch Burg und Vogelschutzpark sind nach Anfrage möglich (Telefon 0 36 01 / 44 06 64).

Symbol: die Betteleiche