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Schwarze Wangen, braune Flecken - aber Aschenbrödel ist es nicht

Ornithologie vom

Heimlich und unauffällig lebt der Feldsperling an lockeren Waldrändern, Feldgehölzen, in Parks und Gärten. Viel seltener präsentiert er sich so offensichtlich wie sein dicker Verwandter, der Haussperling. Das Nest , welches in verschiedenen Höhlungen angelegt wird, verlassen die brütenden Vögel meist schon lange bevor man in ihre Nähe kommt. Die braune Tarnfarbe und die schlanke Gestalt ermöglichen es dem Feldsperling unerkannt abzutauchen.

Zwei bis drei Bruten im Jahr sind üblich. Bereits nach dem Ausfliegen der ersten Jungvögel bilden sich Schwärme, die mehrere hundert Individuen umfassen können. Besonders im Herbst vergesellschaften sich an guten Nahrungsplätzen viele kleinere Schwärme zu großen Gemeinschaften. Dabei können sie aus vielen Dutzend Kilometern Entfernung zusammenkommen, wie Wiederfunde beringter Exemplare gezeigt haben. An Abfallhaufen von Agrarbetrieben und Wildfütterungen suchen sie nach Fressbarem. Während im Winter vorwiegend Sämereien auf dem Speisezettel stehen, sind im Sommer auch Insekten begehrt. Besonders bei der Aufzucht der Jungen ist diese „Fleischbeilage“ unerlässlich.

Stehen nicht genügend Höhlen zur Verfügung, nächtigen die Sperlinge gern gemeinsam in dichten Gebüschen. Meist wird noch vor dem endgültigen Schlafengehen intensiv geschwatzt.

Werden Nistkästen oder Naturhöhlen genutzt, polstern die Sperlinge diese schon im Winter mehr oder weniger reichlich mit Halmen und Federn. Diese Schlafnester werden dann im Frühjahr ausgebaut und zur Brut genutzt. Über Jahre benutzte Höhlen sind oft „bis unters Dach“ vollgestopft.

Der Anblick einer Gruppe dicht gedrängt am Boden futtersuchender Feldsperlinge ist unerwartet farbenfroh. Kontrastreich heben sich die schwarzen Wangen- und Kehlflecken vom weißen Gesicht ab, der Oberkopf leuchtet kastanienrot und die braunen Flügel werden von zwei weißen Flügelbinden geziert. Immer auf der Hut vor Feinden scheint der Schwarm keine Ruhe zu finden. Das ständige Wechseln zwischen dem Futterplatz und dichten Hecken ist eine Methode, Feinden die Planung eines Angriffs zu erschweren.

Im Nationalpark Hainich sind Feldsperlinge regelmäßig am Silbersee und an den Weideflächen bei Weberstedt zu beobachten, wo sie sich an Wildfütterungen einfinden.

 

Cornelia Otto-Albers

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