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Kleiner Wattebausch am Stiel

Ornithologie vom

Schnell huschen sie durch das Geäst der nun schon fast laubfreien Weide. Der Winter naht und die kleinen Vögel mit den markanten „Zerr-Zerr“-Rufen suchen die Geselligkeit. In Gruppen von 5 – 20 Tieren durchstreifen Schwanzmeisen Gärten, Parks und Waldränder auf der Suche nach den letzten Insekten, Spinnen, kleinen Knospen und Früchten. Mit 14 cm Körperlänge könnte man sie für ebenso groß wie einen Buchfinken halten. Jedoch entfallen etwa 9 cm allein auf den dünnen gestuften Schwanz, sodaß ihre Masse kaum 9 Gramm beträgt.

Aus der Nähe betrachtet fällt der gelbe Lidring über dem Auge auf, der bei jungen Schwanzmeisen noch rötlich ist. Die Kopffärbung variiert ebenfalls. Die meisten heimischen Exemplare haben einen gut ausgeprägten dunklen Überaugenstreif der aber regelmäßig auch als gestricheltes Feld nur hinter dem Auge ausgeprägt ist. Osteuropäische Vögel haben tatsächlich einen reinweißen Kopf und tauchen in den Wintermonaten auch in Thüringen auf. Zuwanderer und heimische Vögel bilden gemischte Schwärme. An Futterhäusern suchen sie nach Fettfutter, da sie mit den üblichen Sonnenblumenkernen nichts anfangen können.

Sobald das Frühjahr naht, lösen sich die Gemeinschaften auf. Im Gegensatz zu anderen Meisen bauen die „Pfannenstielchen“ ein freistehendes Nest in Astgabeln, kleinen Koniferen und Dornensträuchern. Das aus Moos, trockenen Grashalmen und Flechten dicht gewobene eiförmige Nest ist durch die Verwendung von Rindenstreifen hervorragend getarnt und bis auf einen seitlichen Eingang vollständig geschlossen.

Wie bei allen Meisen sind die Gelege recht groß, 5-15 Eier kommen regelmäßig vor. Bei der Aufzucht der Jungen spielen Helfer, also unverpaarte oder bereits gescheiterte Exemplare, eine entscheidende Rolle für den Bruterfolg der einzigen Jahresbrut.

Das Schwanzmeisen recht häufige, wenngleich unauffällige Vögel sind, beweisen auch die zahlreichen Beobachtungen im Rahmen der Wintervogelzählungen des Naturschutzbundes. In Thüringen kamen die kleinen „Teufelsbolzen“ immerhin auf den 16. Platz.

Cornelia Otto-Albers

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