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Fisch zum Fest

Ornithologie vom

Uhu Jungvogel

Oder Ente? Das Nahrungsspektrum des Uhus ist vielfältig.
Beobachtungen der größten Eulenart der Welt sind im Hainich an einer Hand abzuzählen. Nur langsam erholte sich der Brutbestand in Deutschland, nachdem Uhus Jahrhunderte lang als „Raubzeug“ verfolgt und gejagt wurden.
Durch seine überwiegend nächtliche Lebensweise entzieht er sich zudem allzu häufigen Begegnungen mit Menschen. Kennt man einen Brutplatz oder einen Tageseinstand, so wird es etwas leichter, ihn auch am Tage zu entdecken. Meist verbringt er die hellen Stunden in einer Felsnische, ist jedoch einem gelegentlichen Sonnenbad auch nicht abgeneigt.
Während der Jungenaufzucht von April bis Juni zwingen die bettelnden Jungvögel ihre Eltern auch zu Beuteflügen noch vor Einbruch der Dämmerung.
Bevorzugt werden Mäuse, Ratten und Kaninchen gejagt, aber auch Wühlmäuse spielen eine erhebliche Rolle für den Bruterfolg der Uhus. Gewässer innerhalb der ganzjährig besetzten Uhureviere werden regelmäßig aufgesucht, um nach Enten, Rallen oder Tauchern Ausschau zu halten. Fisch kann ebenfalls einen geringen Anteil am Beutespektrum stellen. In den Küstenregionen Norwegens oder in den seenreichen Gegenden Schwedens kann bis zu einem Zehntel der Nahrung aus Fisch bestehen. Den Lachsen in Alaskas Flüssen stellen nicht nur Grizzlys nach, sondern auch Uhus.
2012 verunglückte ein Uhu an einer Stromleitung bei Zimmern. Nun gibt es einen neuen Nachweis der imposanten Eulenart aus dem Hainich. Ein Exemplar hielt sich an den Nährteichen bei Craula auf. Der nächtliche Ansitz auf einem Uferbaum befand sich über der Wasserfläche. Das dabei Fische anvisiert wurden, ist nicht ausgeschlossen.
Viele Brutplätze der rund 90 Thüringer Paare befinden sich an Felsen, in Kiesgruben oder an Bauwerken. Greifvogelhorste stellen aber eine natürliche Alternative dar und auch Bodenbruten – im Schutz eines Wurzeltellers beispielsweise – sind möglich. Der Hainich ist also durchaus ein potenzielles Uhurevier in dem vielleicht zukünftig nicht nur Waldkauz und Waldohreule die nächtliche Kulisse beleben.

Cornelia Otto-Albers

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