Nationalparkidee

Natur Natur sein lassen

Nationalparke sind Landschaften, in denen Natur Natur bleiben darf, in denen sich die Natur nach ihren eigenen Regeln entwickeln kann. Nationalparke schützen Naturlandschaften, indem sie die Eigengesetzlichkeit der Natur bewahren und Rückzugsgebiete für wildlebende, zum Teil bedrohte Pflanzen und Tiere schaffen. Deshalb sind sie unverzichtbar für die biologische Vielfalt und den Artenreichtum unserer Erde.

Schon im frühen 19. Jahrhundert entstand in Europa und Amerika die Idee eines Nutzungsverzichts für besonders schöne Landschaften. Gesetzlich festgelegte Naturschutzgebiete gibt es in Deutschland seit den 1920er Jahren. Hier gilt ein besonderer Schutz von Natur, Landschaft und dort lebenden Tier- und Pflanzenarten.

Weltweit gibt es heute fast 3.900 Nationalparks nach IUCN-Kriterien (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources). Die meisten liegen inmitten einer übernutzten Umwelt und haben sich gegenüber wirtschaftlichen Interessen zu behaupten. Zum Glück wächst immer mehr das Bewusstsein dafür, wie wichtig es ist, diese Oasen der Wildnis für die Natur selbst und auch für nachfolgende Generationen zu bewahren.

Der erste Nationalpark überhaupt war der Yosemite Nationalpark in den USA (1872). Von dort ging die Idee, Naturlandschaften durch Ausweisung als Nationalpark zu schützen, um die Welt. Zunächst war der Grundgedanke, die Naturwunder zur Erholung und Freude gegenwärtiger und zukünftiger Generationen des amerikanischen Volkes vor einer Ausbeutung und Vernichtung der natürlichen Ressourcen zu bewahren. Dieser Idee folgten bald junge Nationen wie Kanada (1885), Australien (1879) und Neuseeland (1887). Denn hier bestand die Chance, die noch ungestörten und ursprünglichen Gebiete von der menschlichen Nutzung auszunehmen. Der erste afrikanische Nationalpark wurde 1907 im heutigen Namibia gegründet; 1909 folgte Europa mit gleich 7 schwedischen Nationalparks. 1912 erfolgte die Gründung des ersten Nationalparks Asiens im heutigen Georgien. Seit 1948 wird der Naturschutz weltweit von der IUCN gefördert und koordiniert. Der erste deutsche Nationalpark wurde 1970 im Bayrischen Wald gegründet. Im Bundesnaturschutzgesetz wurde 2002 festgeschrieben: "Nationalparks haben zum Ziel, im überwiegenden Teil ihres Gebiets den möglichst ungestörten Ablauf der Naturvorgänge in ihrer natürlichen Dynamik zu gewährleisten".