Forschung

Unter die Lupe genommen

Zum Schutzzweck eines jeden Nationalparks gehört auch die Forschung – nur hier sind Untersuchungen in relativ ungestörten Lebensräumen möglich.

Wissenschaftler aus ganz Deutschland, zum Teil auch aus dem Ausland, führen langjährige Untersuchungen im Hainich durch. Studierende schreiben Bachelor-, Master-, Diplom- und Promotionsarbeiten zu unterschiedlichsten Themen, z.B. Walddynamik und Waldökologie, Flora und Fauna, geobotanische Baumkronenforschung genauso wie Bodenkunde. Aber auch für Forschungen in Bereichen wie Tourismus, Recht, Geschichte oder Öffentlichkeitsarbeit wird der Nationalpark Hainich genutzt.

Besonders vorangeschritten ist die Arteninventarisierung. Die Wildkatze ist sicherlich die prominenteste Art im Nationalpark, aber nur eine von geschätzten 10.000 Tierarten. Allein über 2.000 Käferarten wurden bisher erfasst, darunter Neunachweise für Thüringen und Deutschland sowie Wiederfunde von Arten, die als ausgestorben galten. Nähere Informationen erhalten Sie in unseren Fachpublikationen, insbesondere in den Berichten der Schriftreihe ERFORSCHEN und im Artenbericht 2010.


Forschung in Aktion

Zahlreiche Universitäten, Hochschulen und Forschungseinrichtungen arbeiten mit der Nationalparkverwaltung zusammen. Die nicht genutzten Wälder wie auch die Sukzessionsflächen sind begehrte Forschungsobjekte. Hier werden unter anderen seltene Tiere wie z.B. die Wildkatze vorsichtig erforscht: Man stellt duftende Pfähle auf, an denen sie sich reiben, und zieht aus den Haaren Rückschlüsse auf die Population. Im Auftrag der Nationalparkverwaltung erfolgt auch eine Fotodokumentation, die die natürliche Dynamik des Werdens und Vergehens im Nationalpark Hainich festhält.

Auch der Baumkronenpfad ermöglicht Wissenschaftlern neue Erkenntnisse, z.B. über Fotosynthese. Wissenschaftler aus Jena installierten ihre Messinstrumente am Geländer und konnten so den Sauerstoffausstoß von Blättern in Baumkronenhöhe messen. Auch Tierökologen nutzen den Baumkronenpfad zum Erforschen der Tierwelt in diesem Lebensraum, ganz bequem ohne die Erfordernis von Kletterseilen oder Kränen.

Da im Nationalpark menschlichen Beeinträchtigungen und Störungen auf ein Minimum begrenzt werden sollen, sind bei der Planung und der Durchführung von Forschungsarbeiten entsprechende  Regeln einzuhalten. Die Nationalparkverwaltung hat deshalb als Teil des Nationalparkplanes 2010 ein Forschungskonzept entwickelt. Im Kapitel C8 Monitoring und Forschung (ab Seite 97) werden die Ziele, Grundsätze und Rahmenbedingungen ebenso beleuchtet wie der erreichte Stand und die Forschungsbereiche. Der Nationalparkplan kann hier heruntergeladen werden.


Unterstützen Sie uns beim Forschen, Erfassen, Kartieren!

Die Nationalparkverwaltung kann mit ihren begrenzten Ressourcen nur einen kleinen Anteil der notwendigen Forschungen selbst realisieren. Viele Projekte und Vorhaben können deshalb nur in Kooperationen mit Dritten umgesetzt werden.

Neben "Forschungsgroßprojekten" wie z.B. den Biodiversitäts-Exploratorien wurden eine Vielzahl von weiteren Vorhaben durch Wissenschaftler, Studierenden und auch ehrenamtlich tätigen Spezialisten in Zusammenarbeit mit der Nationalparkverwaltung erfolgreich durchgeführt. Der Nationalpark Hainich hat sich dadurch zu einem national wie auch international bedeutsamen Wissenschaftsstandort entwickelt, was u.a. auf der "Hainichtagung 2016" eindrucksvoll gezeigt wurde. Eine Übersicht über mögliche Themen für Bachelor- und Masterarbeiten finden Sie hier zum Downloaden.

Die Nationalparkverwaltung ist auch künftig sehr daran interessiert, mit Forschern zusammenzuarbeiten, sei es im Rahmen größerer und kleinerer Wissenschaftsprojekte von Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen oder bei wissenschaftlichen Qualifizierungs- und Abschussarbeiten (wie Bachelor-, Master-, Diplom- und Staatsexamensarbeiten oder Promotionen).

Sehr gerne laden wir auch ehrenamtlich tätige Experten und Interessierte ein, bei der Forschung im Nationalpark mitzuarbeiten (z.B. bei der Inventarisierung von Arten und Lebensräumen).

Kontakt

Ansprechpartner_in

Andreas Henkel

0361/57 3914 018