Wanderweg Craulaer Kreuz

Wanderweg Craulaer Kreuz

Regelrecht wie ein Lehrbeispiel stehen sich an diesem Weg Laubplenterwald und Fichtenwald gegenüber.

Der Plenterwald ist an dem Nebeneinander und teilweise auch Übereinander unterschiedlich alter, dicker Bäume zu erkennen. Demgegenüber ist der Fichtenwald langweilig und trist. Beim Abstecher zum "Tännchen" kann man die mit 43 m Höhe mächtigste Fichte im Hainich anschauen.

Symbol
Steinkreuz

Länge
7,5 km

Schwierigkeitsgrad
mittel, einige Höhenmeter sind zu überwinden

 

 

 


Wegbeschreibung

Ausgangspunkt
Das Craulaer Kreuz befindet sich direkt hinter dem Sitzbankrondell auf einem kleinen Hügel. Ursprünglich war vom Craulaer Kreuz nur der Flurname "vor dem Kreuz" geblieben. Heute steht an der Stelle ein nach überlieferten Zeichnungen und Fotos nachgebildetes Steinkreuz. Die eingearbeitete Zahlenfolge 157 weist auf eine Entstehungszeit zwischen 1570 und 1579 hin; es wurde wahrscheinlich im Gedenken an einen an dieser Stelle Verunglückten aufgestellt.

Vom Craulaer Kreuz geht es geradeaus in den Wald, der noch deutlich von forstlicher Bewirtschaftung geprägt ist.

Laubplenterwald und Fichtenwald
Regelrecht wie ein Lehrbeispiel stehen sich am Weg Laubplenterwald und Fichtenwald gegenüber. Der Plenterwald ist an dem Nebeneinander und teilweise auch Übereinander unterschiedlich alter, dicker Bäume zu erkennen; genutzt wurden nur einzelne Altbäume. In den entstandenen Lücken konnten kleine Bäume nachwachsen. Diese Bewirtschaftungsweise wird auch als Dauerwald bezeichnet. Im Gegensatz dazu wurde der Fichtenwald nach dem Prinzip des schlagweisen Hochwaldes bewirtschaftet. Wie sich Wald im Nationalpark Hainich entwickelt, wird die Zeit zeigen. Rechts und links des Weges herrscht in der Bodenvegetation Bingelkraut vor, das den Wanderer noch weiter des Wegs begleitet, bis er zu einer Schutzhütte am Wegrand kommt.

Fast flächendeckend tief dunkelgrün bildet das Bingelkraut einen markanten Gegensatz zum silbrig schimmernden Grau der Buchenstämme. Aufgrund der eingeschlechtlichen Blüten wird in alten Kräuterbüchern das Bingelkraut als "Männlein" und "Weiblein" bezeichnet. Wenn Frauen nach der "Mondzeit" die weibliche Blüte verwendeten, bekamen sie ein Mädchen, bei der männlichen Blüte einen Jungen - einen Bengel eben.

Im Wald gegenüber zeichnet sich deutlich eine Erhebung ab - das Otterbühl. Der Weg biegt nach links und führt in ein Tal hinab.

Otterbühl
Am Otterbühl (465 m ü. NN) befand sich ein Jagdhaus, in dem sich die Episode "Der Ritter vom Otterbühl" zugetragen haben soll. Ein Jüngling spürte mächtigen Tatendrang und ging bei Nacht gleich mit drei Mädchen ein tieferes Verhältnis ein. Als dies ans Tageslicht kam, mußte der "Ritter" kopfüber in den Hainich entfliehen.
Bevor der Weg nach links in das Lange Tal biegt, ist linker Hand ein ehemaliger Steinbruch zu sehen. Nach und nach schlängelt sich der Weg in das Lange Tal hinab auf den "Gänserasen". Von hier lohnt sich ein Abstecher zum "Tännchen" - ungefähr 200 m südlich in dem kleinen Seitentälchen.

Ein Abstecher zum "Tännchen"
Das "Tännchen", wie sie im Volksmund genannt wird, ist mit 43 m Höhe die mächtigste Fichte im Hainich - drei Erwachsene können sie kaum umfassen.

Im Langen Tal zurück am "Gänserasen" führt der Weg den Talgrund hinauf. Im Langen Tal (Mittellauf) dominieren die typischen Baumarten des Schluchtwaldes – Esche und Ahorn. Auch fallen skurril geformte Hainbuchen ins Auge, die knubbeligen Gnomen gleich ihre Äste in den Himmel strecken. Im Frühjahr schmücken Blütenteppiche den Talgrund.

Im Tal befindet sich ein weiterer Steinbruch.

Steinbrüche
Steinbrüche sind "Fenster" in den Untergrund; deutlich kann man stark geklüftete Muschelkalkschichten erkennen. Das Material aus den Steinbrüchen im Hainich wurde hauptsächlich für den Wegebau vor Ort eingesetzt.

Immer weiter geht es das Tal hinauf, vorbei an Sitzbänken, bis man über eine kleine Brücke wieder den Fahrweg erreicht. Der Wanderer folgt dem Weg nach rechts und biegt nach der Schranke am Pfaffenrain nach links.

Am Pfaffenrain entlang
Um den Pfaffenrain kreuzen sich noch heute fünf Wege, die aber nur teilweise auf historische Wege zurückgeführt werden können – der Rennstieg von Eigenrieden kommend, der "Altzeitrennweg" über Craula nach Bad Langensalza führend, der "Neuzeitrennweg" Richtung Alter Berg nach Behringen, der Fahrweg Richtung Ihlefeld und der Verbindungsweg zur Thiemsburg. Am Waldrand sind die Reste des ehemaligen Jagdhauses "Am Pfaffenrain" auffindbar.

Durch den Wald hindurch, dann nach rechts, und der Wanderer gelangt zurück zum Craulaer Kreuz.

 

 

Wanderweg Craulaer Kreuz
Rundwanderwege
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Wanderweg Craulaer Kreuz - Höhenprofil

479.00,477.00,474.00,476.00,476.00,478.00,478.00,479.00,476.00,475.00,473.00,474.00,474.00,469.00,464.00,460.00,457.00,453.00,446.00,442.00,434.00,437.00,433.00,423.00,428.00,426.00,424.00,423.00,415.00,413.00,404.00,398.00,407.00,396.00,399.00,391.00,389.00,379.00,373.00,366.00,359.00,360.00,372.00,372.00,377.00,381.00,385.00,387.00,389.00,393.00,396.00,399.00,402.00,404.00,410.00,409.00,421.00,441.00,439.00,453.00,458.00,461.00,467.00,475.00,477.00,475.00,481.00,478.00,480.00,478.00,474.00,478.00,488.00,496.00,498.00,495.00,495.00,491.00,489.00,488.00,493.00,493.00,495.00,485.00,484.00,483.00,479.00 Höchster Punkt: 500.00 m
Tiefster Punkt: 355.00 m