Nachtigallenweg

Der Nachtigallenweg

Wer den Wanderweg einmal im Frühjahr mit offenen Ohren begangen hat, braucht nicht mehr nach der Herkunft des Namens zu fragen ...

Der kurze Nachtigallenweg verläuft ausschließlich über die Freiflächen des südlichen Kindel, die durch Hecken und Gebüschgruppen abwechslungsreich strukturiert sind. Insbesondere Ornithologen werden hier des Entdeckens nicht müde werden.  Er ist in einer Stunde ohne Mühe zu erwandern, jedoch lädt er an verschiedenen Punkten auch zu längerem Verweilen ein. Besonders empfehlenswert ist es, die Runde in den frühen Morgenstunden oder gegen Abend zu erleben.

Symbol
Nachtigall

Länge
2,5 km

Schwierigkeitsgrad
leicht

 

 

 


Wegbeschreibung

Ausgangspunkt
Der Ausgangspunkt, der Wanderparkplatz "Kindel", liegt unmittelbar an der B 84 zwischen den Orten Großenlupnitz und Behringen. Zunächst verläuft der Wanderweg parallel zur B 84 in Richtung Westen, jedoch in gebührendem Abstand und abgeschirmt durch reichhaltige Hecken- und Gehölzvegetation.

Informationspavillon
Nach Wegebeginn, nur wenige Meter nach dem Parkplatz, im Schatten einer herausragenden Rotbuche, befindet sich ein Informationspavillon. Neben allgemeinen Informationen zum Nationalpark Hainich sind hier speziell die Themen "Natürliche Kreisläufe der Vegetation" und "Vögel im Hainich" veranschaulicht. Mit neuem Wissen gerüstet überqueren wir nun einen zeitweise wasserführenden Bachlauf und folgen diesem dann rechter Hand.

Bachaue
Hochstaudenfluren und Feuchtgebüsch charakterisieren die Bachaue. In der warmen Jahreszeit gibt hier die stimmgewaltige Nachtigall unverwechselbar den Ton an. Zirka fünf Brutpaare der "Königin der Nacht" können als Stammgäste geführt werden. Allmählich verlässt der Weg die unmittelbare Nähe der Bachaue und erreicht eine plateauartige Landschaft.

Blick über die Weite
Bevor der Weg abrupt nach Süden schwenkt, verweilen wir einen Augenblick und genießen den Blick über die Weite. Am Horizont präsentiert sich stolz die Wartburg. Weiter führt der Weg entlang des Plateaurandes. Linker Hand blicken wir hinunter in eine Talsenke.

Auf dem Plateau
Mit etwas Glück und sofern wir uns unauffällig durch die Natur tasten, lassen sich dort Rehwild, Fuchs oder gar Wildschweine beobachten. Flockenblume, Wegwarte, Witwenblume, Hauhechel, Goldrute, Kreuzkraut und zahlreiche Disteln, eingebettet im Grasmeer der Sommerwiese, verzaubern das Plateau mit bunter Blütenpracht.

Ein leichter Abstieg bringt uns zurück ins Tal; vor uns ist bereits der Silbersee sichtbar.

Der Weg zum Silbersee
Bevor wir uns dem See nähern, liegt linker Hand, versteckt hinter einer Hecke, ein kleiner Tümpel. Ein Bänkchen abseits des Weges lädt zum Verweilen ein, um den Fröschen zu lauschen oder sich anderweitig sinnlicher Dinge zu erfreuen. Im Hochsommer kann der Pfuhl gelegentlich trocken fallen. 

Am Silbersee angelangt, haben wir etwa die Mitte des Wanderweges erreicht. Wir steigen auf eine Beobachtungskanzel, um ein wenig zu rasten und beobachten, was sich am Wasser abspielt.

Der Silbersee
Der Silbersee ist ein künstliches Gewässer, das geraume Zeit vor Gründung des Nationalparks als Rückhaltebecken angelegt wurde. Heute ist er das größte Stillgewässer im Nationalpark. Seinen Namen verdankt der See, ähnlich wie sein Namensvetter aus den Karl-May-Episoden, dem schillernden Lichtspiel der Wellen in der Abendsonne. Spätestens hier zahlt es sich aus, ein Fernglas dabei zu haben, um die Wasservogelwelt zu beobachten. Verschiedene Entenarten, Blässhuhn und Teichhuhn sind häufig zu sehen. Im Randgebüsch bauen hin und wieder Beutelmeisen ihre Nester. In den zahlreichen Kleingewässern rund um den See tummeln sich Amphibien in großer Zahl. Auch die seltene Gelbbauchunke und der Laubfrosch sind hier anzutreffen. 

Den Aussichtspunkt verlassend folgen wir zunächst ca. 80 m der bekannten Route, bevor die Rückrunde in Richtung Nordosten abzweigt und rechtsseitig einer reichhaltigen Hecke leicht ansteigt.

Das Grünland hier wird von Zeit zu Zeit von Schafherden beweidet. Dem Umstand hat sich die Bodenvegetation angepasst, so dass wir zum Teil andere Arten als auf den unbeweideten Offenlandflächen finden, nämlich die wehrhaften (dornigen), bitterstoffhaltigen oder giftigen. Neben vielen Feldlerchen sind in den gebüschreichen Weiten auch zahlreiche Heckenvögel wie Goldammer, Zilpzalp, Grasmückenarten oder Neuntöter zu beobachten bzw. zu belauschen.

Kindel
Auf dem höchsten Punkt des Wanderweges angelangt, gestatten wir uns einen Blick zurück über die weiten Freiflächen des Kindel. Der Name Kindel geht auf den 'Kindelhof' zurück, dessen Flächen in den ab 1935 existierenden Truppenübungsplatz einbezogen wurden. Bis 1991 nutzte die Sowjetarmee die 2540 Hektar großen Flächen. Zur Anlage von Schießbahnen wurden Anfang der achtziger Jahre 600 Hektar Laubwald eingeschlagen. Diese Flächen bleiben nun der natürlichen Entwicklung überlassen. Im Hintergrund fällt der Blick bereits auf Wiederbewaldungsflächen - der Wald kehrt zurück. Von hier aus sind es noch etwa 200 m leicht abwärts, bis der Weg wieder auf die Talroute stößt, die uns zurück zum Wanderparkplatz geleitet.

 

 

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