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UNESCO-Weltnaturerbe wächst: 63 europäische Buchen-Urwälder neu unter Schutz gestellt

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Naturbelassene Buchenwälder wie im Nationalpark Hainich sind bedrohte und seltene Naturschätze. Foto: Thomas Stephan

Staatssekretär Möller: Naturbelassene Buchenwälder sind bedrohte und seltene Naturschätze

"Die wertvollen Buchenwälder, die es nur in Europa gibt, werden als Erbe der Menschheit für die Nachwelt erhalten. Damit erreichen die bedrohten Laubwaldökosysteme einen Schutzstatus, der ihrer Einmaligkeit entspricht" sagte Umweltstaatssekretär Olaf Möller heute in Erfurt.

Das UNESCO-Komitee in Krakau hat zuvor das Welterbe "Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands" deutlich erweitert. 63 Buchenwälder in 10 europäischen Ländern wurden neu in die Welterbeliste aufgenommen. Die erweiterte Welterbestätte trägt nun den Namen "Alte Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas".

Mit der Erweiterung wuchs das Weltnaturerbe um Buchenwälder in Albanien, Belgien, Bulgarien, Kroatien, Italien, Österreich, Rumänien, Slowenien, Spanien und der Ukraine. Die ausgewählten Gebiete repräsentieren weitere Varianten des europäischen Buchenwaldes, die in der bisherigen Welterbestätte nicht vertreten waren. Die einzelnen Teilgebiete variieren stark in ihrer Größe, von 6,5 ha eines atlantischen Buchenwaldes bei Brüssel bis hin zu 5.100 ha in den rumänischen Karpaten. Mit der Erweiterung um rund 61.000 ha sind in der jetzt 12 Staaten umfassenden Welterbestätte rund 100.000 ha Buchenwälder besonders geschützt.

Ursprüngliche Buchenwälder gehen europaweit zunehmend verloren und sind mittlerweile eine Seltenheit geworden. Um den Schutz der letzten Reste zu garantieren, hat das UNESCO-Komitee die bestehende Welterbestätte vervollständigt. Neben dem Nationalpark Hainich sind seit 2011 vier weitere Wälder in Deutschland Teil dieser Stätte.

"Damit entstehen Lebensräume für selten gewordene Waldarten. Von diesen Wäldern, die ihren kompletten Lebenszyklus durchlaufen, profitieren viele Tiere und Pflanzen. Die Waldwildnis soll kommenden Generationen das Erlebnis ursprünglicher Natur ermöglichen", so Staatssekretär Möller.

In Deutschland können sich erst seit wenigen Jahrzehnten einige Wälder wieder ungestört entwickeln. In Thüringen sollen 5 Prozent der Waldflächen, darunter auch viele Buchenwälder, aus der forstlichen Nutzung genommen werden.

Die Rotbuche (Fagus sylvatica) ist nur in Europa heimisch und hat für die Funktionstüchtigkeit der europäischen gemäßigten Laubwaldökosysteme eine besondere Bedeutung.


Hintergrund
In Thüringen sollen sich rund 26.200 Hektar Wald ohne forstwirtschaftliche Nutzung natürlich entwickeln. Gegenwärtig werden bereits rund 18.800 Hektar Waldfläche, darunter der Nationalpark Hainich, nicht mehr forstlich genutzt oder sind als Naturwälder geplant. Thüringen leistet damit seinen Beitrag zur Nationalen Biodiversitätsstrategie.

Pressemitteilung des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz vom 12.07.2017

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