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Patenwaldforschertage der Grundschule Berka v.d.H im Schuljahr 2009/10

Schülertagebuch vom

Von unseren Patenwaldforschertagen im Schuljahr 2009/10

Die Grundschule Berka v.d.H. hat „ihr Waldgebiet“ am 21.6.2007 von dem Nationalpark Hainich übergeben bekommen und „betreut“ es seitdem in enger Zusammenarbeit mit dem Nationalparkranger Diethard Böttger.

Gleich zu Beginn des neuen Schuljahres bereiteten die Schüler gemeinsam mit den Lehrerinnen ihren 1. Patenwaldforschertag in diesem Schuljahr vor. Dazu wurden in den Klassen 2 - 4 jeweils 4 Arbeitsgruppen gebildet. Die Schüler der Klasse 2 konnten sich z.B. in die Gruppe „Wildkatzen“, „Spechte“, „Bäume“ oder „Waldrand und Wiese“ einwählen. Auch die Drittklässler hatten Erkundungsaufträge zu „ihrem Waldrevier“ verteilt. Sie wollten vor allem Baumarten bestimmen, Spuren finden, die Spechte hinterlassen haben und Veränderungen im Vergleich zum vergangen Jahr feststellen. Die 4. Klasse knüpfte an ihr Wiesenprojekt vom Frühjahr an und hatte sich „Wiese und Wegesrand am Patenwald“ zum Thema gemacht. Bereits im vergangenen Jahr wurden auf der Waldwiese am „Unteren Burgberg“ 4 verschiedene Quadrate der ungefähren Größe von 10x10m markiert. Langfristig wollen wir dort die beheimatete Pflanzen- und Tierwelt beobachtet, untersuchen und bestimmen .

Am 14.8.2009 wanderten dann die gesamte Schulgemeinschaft und Eltern, ausgerüstet mit Bestimmungsbüchern, Becherlupen, Keschern, Schreibzeug, Fotokameras und natürlich auch Proviant an der „Mallinde“ vorbei zum „Unteren Burgberg“. Schnell hatten die Kinder „ihre“ Wald- und Wiesenstücke „wiederentdeckt“ und schon begann das emsige Treiben der „Entdecker und Forscher“. Die Schulanfänger der Klasse 1 konnten den „Großen“ bei der Arbeit „über die Schultern schauen“ und den Patenwald wandernd erkunden.
Die Stunden bis zum Mittag vergingen wieder wie im Fluge mit Staunen über die vielfältigen und hohen Pflanzen einer Wiese, die nicht gemäht wird, über tatsächlich gefundene Spechtlöcher und Spechtschmieden, über den riesigen Wurzelteller eines umgefallenen Baumes, mit Versuchen, die glückten oder misslangen. So konnte z.B. der „Schüssel-Versuch“ kaum Insekten anlocken wie zuerst vermutet. Etliche Eintragungen in die „Artenvielfalt-Liste“ konnten vorgenommen werden, was zugleich ein genaues Schauen, Vergleichen und manchmal auch eine heiße Diskussion vorausschickte. Ein Erlebnis der besonderen Art waren die gefunden Wildkatzenhaare an den Pfählen, welche die “Waldkinder“ im Mai mit „Lockmittel“ versehen hatten. Die Zweit- und Drittklässler fanden darüber hinaus sogar noch Zeit, ihre im vergangen Jahr begonnen „Waldbuden“ wieder instand zu setzen oder zu erweitern.

Auch in den Herbst- und Wintermonaten besuchten die „Waldkinder“ und die Schüler der AG Umwelt verschiedentlich „unser Stück Nationalpark“. So bei unserer Teilnahme an der „Nussjagd“ des Naturschutzbundes, leider konnten wir aber nachweislich keine Fraßstellen an Haselnüssen von der Haselmaus entdecken.

Keine Angst vor kalten Nasen hatten wir am 6.1.10. Bei eisigen Temperaturen machten wir uns auf den Weg zu einer Winterwanderung. In den Rucksäcken trugen wir nicht nur Proviant für uns selbst, sondern auch Futter für Waldtiere wie Möhren, Äpfel, Vogelfutter, . . .

Kaum war das Dorf verlassen, konnten am Wegesrand schnee- und eiskristallene Pflanzenschönheiten wie im Wintermärchenland bestaunt werden. Nach einer kurzen Rast nahe der „Mallinde“ und Fangspielen im hohen Schnee wurde im Wald eine geeignete Stelle für den „Imbiss der Waldtiere“ gesucht und vom Schnee befreit. Verschieden Tierspuren waren entdeckt worden, so dass das Futter wohl seine Abnehmer fand.

Als nach fast 3 Stunden die Schule wieder erreicht war, wurden neben roten Nasen und Wangen auch viele tolle eisige Natureindrücke mitgebracht.

Unser 2. gemeinsamer Schulpatenwaldtag fand am 9.6.2010 im Rahmen der Beteiligung an der Festwoche zur 975- Jahrfeier in Berka statt. „Der Staffelstab“ in Sachen Forscheraufträge wurde in den Klassen weitergegeben, so dass jede Klasse während ihrer Grundschulzeit 4 verschiedene Aufgaben- und Beobachtungsgebiete erleben kann. In diesem Jahr hatten wir auch das Glück, dass der kleine Weiher nicht ausgetrocknet war und die Schüler der 4. Klasse mit ihren selbst gebauten Beobachtungsrohren gute Bedingungen für deren Einsatz vorfanden. Ein besondere Spaß nach anstrengender „Forschertätigkeit“ schloss sich mit dem Bauen von kleinen Booten aus Naturmaterialien an, die am Bachlauf ausprobiert wurden.

Auch nach diesem Tag wanderten wir aus dem Patenwald mit den verschiedensten Eindrücken, Erfahrungen sowie Erkenntnissen im Gepäck zurück. Sowohl Kinder als auch Erwachsene waren sich auf dem Nachhauseweg erneut einig, so macht „Lernen“ riesig Spaß.

 

Kerstin Böttger

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