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Mit spitzem Schopf und heller Stimme

Ornithologie vom

Meisen sind im Allgemeinen muntere, quirlige Vögel, deren große Anpassungsfähigkeit ein Leben in den unterschiedlichsten Biotopen ermöglicht. Kohl-, Blau- und Sumpfmeisen finden sich in jedem halbwegs abwechslungsreichen Garten, Schwanzmeisen ziehen durch Parkanlagen ebenso wie durch lichte Buchenwälder und Tannenmeisen reichen oft schon einige Koniferen, um ein Revier zu gründen.

In der Deckung flächiger Fichtenwälder begegnet man einer weiteren Meisenart, die sich besonders durch ihren Kopfschmuck von den anderen Arten unterscheiden lässt.

Fast immer wird man allerdings durch den markanten, wenngleich nicht sehr abwechslungsreichen, rollenden Gesang auf sie aufmerksam. Im Dickicht der Fichtenzweige fühlt sie sich wohl und so ist es auch kein Wunder, dass man im Nationalpark nur an wenigen Stellen regelmäßig in die weinroten Augen dieser Vögel blicken kann. Sie verlassen die Deckung nur selten und es gilt die Momente abzupassen, in denen sie die Außenäste des Bestandes nach Insekten und Spinnen absuchen. Auch am Boden sind sie regelmäßig unterwegs, bevorzugen jedoch die Kronenbereiche.

Nach Meisenart werden größere Beutetiere und die im Winter besonders wichtigen Koniferensamen mit den Füßen festgehalten und bearbeitet. Besonders der Oberschnabel wird dabei eingesetzt, wodurch er stärker abnutzt. Die Vielseitigkeit der Nahrung ermöglicht es den Haubenmeisen sehr ortstreu zu sein und ganzjährig im Brutrevier zu bleiben. Der Herbst wird auch zum Verstecken von Nahrungsvorräten genutzt. Im Winter hilft die Gemeinschaft mit Artgenossen, profitable Futterquellen zu finden, sodass nicht selten Gruppen von Alt- und Jungvögeln gemeinsam umherstreifen. Während dieser Zeit finden sich auch schon zukünftige Brutpaare zusammen, welche nach Untersuchungen in Russland nur selten aus zwei gleichaltrigen Vögeln bestanden, sondern bevorzugt aus einem Einjährigen und einem verwitweten Altvogel.

Die Brutzeit beginnt kaum vor Anfang April. In überwiegend selbst gezimmerten Höhlen werden durchschnittlich 5-6 Junge aufgezogen. Zu besonders kuriosen Neststandorten zählen solche in verlassenen Eichhörnchenkobeln, in Zaunkönignestern oder Erdlöchern. Auch im Astgewirr von Greifvogelhorsten können ausnahmsweise Haubenmeisen erfolgreich brüten.

An Winterfütterungen erscheinen sie selten, meist nur wenn diese von ausreichend Nadelbäumen umgeben sind und sich nahe am Wald befinden. Dennoch ist auch bei dieser Art in den letzten 20 Jahren ein Trend zur Besiedlung urbaner Gebiete wie Parkanlagen und Friedhöfen zu beobachten.

Im Nationalpark bestehen rund um die Thiemsburg, bei Craula und Hütscheroda oder an der Fuchsfarm die besten Aussichten auf Haubenmeisen zu treffen.

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Cornelia Otto-Albers

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