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Meister Weidenhüpfer

Ornithologie vom

Geschäftig trippelnd und im Gras stochernd – der unverkennbare, orangene Vogel mit der Federhaube ist kein Kakadu!
Um Stimme, Färbung und Verhalten des Wiedehopfes ranken sich mannigfaltige Sagen und Geschichten.
Die Namen Weidenhüpfer oder Holzhüpfer beziehen sich auf sein Vorkommen in Weinbergen, Streuobstwiesen, Heidelandschaften, auf Grünländern und Viehweiden, wo er die Koppelpfähle als Sitzplätze nutzt.
Im 19. und 20. Jahrhundert war der Wiedehopf noch ein verbreiteter, stellenweise häufiger Brutvogel. Klimaveränderungen und Lebensraumverluste führten jedoch zu einer deutlichen, langfristigen Bestandsabnahme. In Deutschland leben aktuell 700-800 Paare. Die Verbreitungsschwerpunkte liegen in den ostdeutschen Ländern und am Oberrhein.
In Thüringen brütete nach rund 130 Jahren 2011 wieder ein Paar bei Jena.
Der Anblick eines Wiedehopfes fasziniert stets aufs Neue. Der geschickt eingesetzte, lange, gebogene Schnabel ist ein hervorragendes Werkzeug zum Aufgreifen von Käfern, Heuschrecken, Spinnen und Asseln. Auch Eidechsen landen regelmäßig auf dem Speisezettel.
Die vor allem bei Erregung aufgestellte Federhaube ist ebenso wie große Teile des übrigen Gefieders orange gefärbt. Das schwarz-weiße Muster auf Flügeln und Schwanz leuchtet im Flug besonders eindrucksvoll.
Die Bruten von Wiedehopfen finden in Baumhöhlen und Steinhaufen, aber auch unter Hausdächern statt. Jung- und Altvögel sind während dieser Zeit in der Lage, Feinden ein übelriechendes Gemisch aus Kot und Bürzeldrüsensekret entgegen zu spritzen, worauf sich die Redensart „stinken wie ein Hopf“ bezieht.
Zu den Zugzeiten konnten seit 2002 fast jährlich einzelne „Hupphupps“ – eine vom eigentümlichen Paarungsruf des Hopfes abgeleitete, lautmalende Bezeichnung – beobachtet werden. Der Aufenthalt dauert in der Regel jedoch nur wenige Stunden.
Am Morgen des 3. Mai rastete ein Wiedehopf auf der Alterstedter Trift. Hat man überhaupt einmal das Glück einen solchen Vogel anzutreffen, fällt die Beobachtung recht leicht, da die Fluchtdistanz gering ist. Noch bis Ende Mai könnten „Gänsehirten“, „Herdenvögel“ oder „Fuhrmänner“ durchziehen.

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Cornelia Otto-Albers

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