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Junior-Ranger gehen im Urwald auf „Große Nussjagd“

Jette Windischmann kontrolliert einen Haselmauskasten im Nationalpark Hainich

Der Nationalpark Hainich beteiligt sich am NABU-Projekt zum Schutz der Haselmaus

Alle vier Wochen streifen die beiden Junior-Ranger Gruppen des Nationalparks Hainich voller Energie durch den Buchenwald. Mit der Unterstützung von vier Rangern schärfen sie ihren Orientierungssinn, machen viele kleine und große Entdeckungen und lernen Pflanzen und Tiere des Nationalparks kennen.

In diesem November weckt ein kleines, niedliches Säugetier mit schwarzen Knopfaugen den „Jagdinstinkt“ der Junior-Ranger und daher sind sie besonders eifrig am Werk. Besteht doch die Möglichkeit, einen Blick auf eine lebendige Haselmaus werfen zu können! Gemeinsam mit den Rangern kontrollieren die Kinder die, eigens dafür aufgehängten, Haselmauskästen der Waldränder um Harsberg und Umweltbildungsstation und machen sich zudem auf die Suche nach Haselnüssen. Noch in die unreife Frucht der Hasel nagt der kleine Bilch eine charakteristische Fraßspur - ein fein bearbeitetes, kreisrundes Loch in der Schale mit Zahnspuren, die parallel oder leicht schräg zum Rand verlaufen.
Die Junior-Ranger Gruppe der Umweltbildungsstation war bereits erfolgreich. Sie konnten sogar zwei lebendige Haselmäuse in den Haselmauskästen entdecken! Ranger Helge Graßhoff freut sich: „Zwei Fellknäule auf einmal - sicherer kann man die Art nicht nachweisen.“ Andreas Henkel, Mitarbeiter im Sachgebiet Forschung der Nationalpark-Verwaltung, ergänzt: „Es ist toll, dass die Junior-Ranger uns bei der Erforschung der Säugetierfauna im Schutzgebiet helfen. Gerade über die Haselmaus, die nach bundesdeutschem und sogar nach europäischem Recht streng geschützt ist, wissen wir im Nationalpark noch wenig“. Da hat sich die Suche doch gelohnt!

Aufgerufen zur „Großen Nussjagd“ hat der NABU, der Naturschutzbund Deutschland e.V. Die Haselmaus (Muscardinus avellanarius) ist in der Roten Liste Thüringens als „gefährdet“ eingestuft, da sie durch den Verlust ihres Lebensraumes, Hecken sowie strukturreiche Laubwälder und Waldränder, bedroht ist. Im Rahmen des Projektes sollen die Kenntnisse über das Verbreitungsgebiet dieses kleinen, nachtaktiven Bilches – denn, obgleich sie so heißt, eine Maus ist sie nicht - erweitert werden, um effektive Schutzmaßnahmen einleiten zu können.


Rüdiger Biehl
Stellvertretender Nationalparkleiter



Hintergrund:
Die Haselmaus ist ein Nagetier. Trotz ihres Namens gehört sie aber nicht zur Familie der Mäuse, sondern zu den Schläfern, auch Bilche genannt. Aus dieser Familie lebt im Nationalpark noch der bekannte Siebenschläfer. Die dritte in Thüringen vorkommende Art dieser Familie ist der Gartenschläfer. Der Gartenschläfer wurde erstmals 2013 überraschend im Nordhainich bei Mühlhausen nachgewiesen.

Kontakt

Ansprechpartner_in

Cornelia Otto-Albers

0361/57 3914 008