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Junior Ranger erkunden Vogelschutzwarte Seebach

Die Ornithologin Juliane Balmer beringt einen Kleiber. Die Junior Ranger Felicitas, Roman, Tabea, Friederike und Elisabeth folgen aufmerksam ihren Erklärungen.

Die Junior Ranger-Gruppe vom Harsberg hat heute gemeinsam mit ihren betreuenden Rangern Christian Volk und Hans Hess die staatliche Vogelschutzwarte Seebach besucht. Bereits vergangenes Wochenende war die Gruppe von der Umweltbildungsstation UBiS zu Gast.

Bevor der Frühling im Nationalpark Einzug hält und die Junior Ranger sich wieder intensiv der Flora und Fauna des Nationalparks Hainich widmen, stehen einige Erkundungen und Einsätze der Junior Ranger außerhalb des Nationalparks auf dem Programm. Im Februar also galt ihr besonderes Interesse heute der Vogelwelt und dem praktischen Vogelschutz. Begrüßt wurden die jungen Leute am Samstag von Sabine Fritzlar von der Vogelschutzwarte und der Ornithologin Juliane Balmer, die schon seit vielen Jahren im Hainich aktiv ist und auch eng mit der Vogelschutzwarte zusammen arbeitet.

Auf dem Programm der Junior Ranger standen die Demonstration der wissenschaftlichen Vogelberingung sowie die Vogelbeobachtung am Futterhaus, eine Führung durch das Haus und den Vogelschutzpark sowie das Kennenlernen der häufigen Vogelarten im Park. Von den beiden in ganz Thüringen tätigen ehrenamtlichen Beringern Juliane Balmer und Joachim Blank war zu erfahren, warum Vögel nur ausschließlich zu wissenschaftlichen Zwecken und mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörden gefangen und beringt werden dürfen. Mit welchen Fangmethoden die verschiedenen Vogelarten gefangen werden können und mit welchen Ringarten die Vögel zum Zweck wissenschaftlicher Untersuchungen beringt werden, wurde von Frau Balmer und Herrn Blank bei Vogelfang und Beringung im Park der Vogelschutzwarte demonstriert.

Spannend ist auch die Geschichte der Einrichtung. Die im 12. Jahrhundert erbaute altehrwürdige Wasserburg Seebach ist die Geburtsstätte des Vogelschutzes und zugleich die älteste Vogelschutzwarte Deutschlands. Auf den Pfaden des Nestors des Vogelschutzes, Dr. h. c. Sittich Hans Freiherr von Berlepsch wandelnd, erhielten die Jugendlichen Einblicke in die Geschichte und Entwicklung des wissenschaftlich begründeten Vogelschutzes. Ganz dem Prinzip „Beobachtung – Experiment – Anwendung“ von Berlepsch folgend, lernten sie die unterschiedlichen Lebensraumansprüche sowie Nistgewohnheiten der Vögel kennen und sammelten Erfahrungen im angewandten Vogelschutz.

Die Junior Ranger lernten darüber hinaus weitere Aufgaben der Vogelschutzwarte Seebach kennen und informierten sich auch über die Auffang- und Pflegestation. Hier werden im Rahmen des Artenschutzvollzugs beschlagnahmte und eingezogene Tiere (Amphibien, Reptilien und exotische Vögel) aufgenommen und bis zum Abschluss der jeweiligen Verfahren bzw. bis zur Vermittlung der Tiere an eine geeignete Einrichtung artgerecht untergebracht. 2014 wurden im Pflegezentrum der VSW Seebach 129 Vögel, darunter verletzte Rotmilane, Eulen, Sperber, Eichelhäher, Turmfalken, Pirole, Mäusebussarde u. v.a. aufgenommen, gesundgepflegt und wieder ausgewildert.

Mit dem Vortrag „Gebäudebrüter – wer wohnt hinter Fassaden, in Fensternischen und auf Dachböden?“ wurde der sehr informative und erlebnisreiche Tag für die Junior Ranger in der Staatlichen Vogelschutzwarte Seebach abgerundet.


Rüdiger Biehl
Stellvertretender Nationalparkleiter

 

 

 

 

 

 

 

 

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