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In sicherer Gemeinschaft

Ornithologie vom

Schwärme von Blättern wirbeln zu Boden, versammeln sich auf Wegen und tuscheln mal laut, mal leise über die Geheimnisse des Waldes. Vögeln gleich stieben sie von Zeit zu Zeit auseinander, um sich gleich darauf wieder in immer enger werdenden Kreisen zu vereinigen.
Ganz ähnlich strömen derzeit rund 400 Buchfinken am Craulaer Kreuz aus den Bäumen und Sträuchern auf die frisch bearbeiteten Felder. Im fahlen Licht der Morgensonne dringen die eintönigen Lockrufe als stete Beteuerungen des Zusammenhalts durch den Dunst des anbrechenden Tages.
An den landenden Vögeln blitzen für einen kurzen Moment vier weiße Flecken auf, die markanten Kontraste an Schwanz und Schulter. Das Gegenlicht lässt die Schwingen transparent erscheinen.
Einige Stare und Goldammern gesellen sich dazu. Auch eine Bachstelze ist auf den Erdschollen unterwegs. Jeder achtet auf jeden und jeder kennt die Warnrufe des Nachbarn. Das kleinste Zucken, der Hauch eines Schattens am Waldrand und jeder Warnruf führt zur Flucht des ganzen Schwarmes. Doch die Mutigsten sind alsbald wieder in Richtung Acker unterwegs, vorausgesetzt der Alarm erweist sich als fehlerhaft. Schnell werden Spalten und Risse der aufgeworfenen Krume untersucht, winzige Würmer, Spinnen und wohl auch kleine Sämereien eilig heruntergeschlungen.
Die durchziehenden Finken nutzen die Rast zur Regeneration, zur Auffüllung der Energiereserven, die auf einer anstrengenden, mehr oder weniger langen Reise lebensnotwendig sind. Vielleicht führt sie ihr Zug noch deutlich weiter, vielleicht über die Alpen ans Mittelmeer oder sogar über die Straße von Gibraltar bis Marokko.
Andere könnten sich aber auch zum Verweilen entscheiden und die kalte Jahreszeit in unserer Region verbringen.

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Cornelia Otto-Albers

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