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Hainich-Nationalparkführer besuchen Welterbestätten in Mecklenburg

Die ehrenamtlichen Nationalparkführer des Nationalparks Hainich nehmen in jedem Jahr an mehreren anspruchsvollen Fortbildungsveranstaltungen teil. Am letzten Wochenende wurde im Rahmen dieses Fortbildungsprogramms eine Exkursion nach Mecklenburg Vorpommern in den Müritz Nationalpark und das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin durchgeführt. Teile der beiden Schutzgebiete gehören seit dem 25. Juni 2011, zusammen mit dem Nationalpark Hainich, dem Nationalpark Kellerwald-Edersee und dem Nationalpark Jasmund zur UNESCO Welterbestätte ,,Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands‘‘.Nationalparkführer aus dem Hainich unternahmen, begleitet von Mitarbeitern der Nationalparkverwaltung, eine dreitägige Exkursion nach Mecklenburg, um diese Teile der Welterbestätte kennen zu lernen. Neben dem Besuch ausgewählter Buchenwälder war im Programm auch ein besonderes Erlebnis vorgesehen: eine Führung zu den Kranichschlafplätzen an der Müritz. Es ist ein einmaliges Naturschauspiel, wenn in der untergehenden Sonne hunderte dieser majestätischen Vögel in die flachen Gewässer zum Übernachten einfallen, waren sich alle Teilnehmer der Fahrt einig. Bereits bei der Anreise wurde ein einmaliges Buchenwaldgebiet aufgesucht, die ,,Heiligen Hallen‘‘. Dieses Totalreservat, es liegt im Zuständigkeitsbereich des Forstamtes Lüttenhagen und ist Teil des Naturparkes Feldberger Seenlandschaft, ist der älteste Buchenwald Deutschlands. Hier existieren noch Buchen, welche 350 Jahre alt und über 50 m hoch sind.Am zweiten Tag war der Müritz Nationalpark das Ziel. Das dort befindliche Welterbegebiet umfasst 268 ha und liegt östlich der Stadt Neustrelitz bei der kleinen Ortschaft Serrahn. Seit ca. 50 Jahren findet dort keine Waldnutzung mehr statt. Seen und Moore prägen die Landschaft, wo die Buche auf basenarmen eiszeitlichen Sanden wächst. Unter der Fachkundigen Führung von Hendrik Fulda, welcher im Müritz Nationalpark für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, wanderte die Gruppe auf dem,, Wald-Erlebnis-Pfad“ durch dieses hügelige Waldland. Hier lässt sich erahnen, wie die Buchenurwälder Deutschlands einst ausgesehen haben.

Am dritten Tag ging es in das Biosphärenreservat Schorfheide- Chorin. Auch diesmal wurde die Gelegenheit genutzt, gleich auf dem Hinweg ein Gebiet zu besuchen, welches unter Naturliebhabern und Wissenschaftlern Kultstatus genießt, den seit über 100 Jahren nutzungsfreien Buchenbestand ,, Fauler Ort‘‘. In diesem, nur 13,6 ha großen Buchenwald, sind die natürlichen Waldentwicklungsphasen von Reife, -Zerfall- und Verjüngung besonders gut zu beobachten. Danach ging es unter der Führung einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin des Biosphärenreservates, Frau Heike Begehold, in den dortigen Teil der Welterbestätte, den ,,Grumsin‘‘. Dieser ist ein seit 20 Jahren naturbelassener Tieflandbuchenwald. Zahlreichen Moore und Kleingewässer zaubern hier zusammen mit den Buchenwäldern stimmungsvolle Waldbilder.Nach der Erkundung dieses Welterbegebietes ging es dann mit dem Bus zurück in den Hainich. Nicht zuletzt dank der kompetenten Führungen und der guten Gesamtorganisation der Exkursion durch Thomas Börner vom Nationalpark Hainich, konnten die Teilnehmer viele Eindrücke und Anregungen mit nach Hause nehmen. Besonders die uralten mächtigen Buchen, sowie die Vielgestaltigkeit der Buchenwälder auf unterschiedlichsten Standorten bleiben den Teilnehmern dauerhaft im Gedächtnis. Alle waren sich einig, dass es eine sehr gelungene Veranstaltung war. Am Ende der Fahrt wurde bereits der Wunsch geäußert, im nächsten Jahr auf die Insel Rügen zu reisen, um einen weiteren Teil der Welterbestätte Buchenwälder zu erkunden.


Rüdiger Biehl
Stellvertretender Leiter Nationalpark Hainich

 

 

 

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