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Göttinger Doktoranden stellen Forschungsergebnisse vor

Forschung im Nationalpark Hainich

Forschung im Nationalpark Hainich

Forschung gehört zum Schutzzweck des Nationalparks Hainich. Der weitaus größte Teil der Forschung erfolgt dabei im Rahmen von Projekten einiger Institute. Die Institute nutzen die Möglichkeiten, die nur ein Nationalpark wie der Hainich bietet: Untersuchungen in relativ großflächigen, naturnahen und von direkten menschlichen Eingriffen freien Wäldern. Auch die Uni Göttingen betreut seit Jahren mit dem Graduiertenkolleg ein großes Projekt im Hainich, aus dem mittlerweile mehr als 30 Doktorarbeiten entstanden sind. Jetzt stellten neue Doktoranden ihre aktuellen Ergebnisse in der Nationalparkverwaltung in Bad Langensalza vor. Dabei wurde wieder die enorme Bandbreite der Forschung deutlich: Von Arterfassungen in den Baumkronen über Erfassung der Mykorrhiza im Boden, von der Analyse von Nährstoffkreisläufen hin zur ökonomischen Bewertung von Ökosystem-Dienstleistungen des Waldes.2004 hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft einen Antrag der Uni Göttingen auf Einrichtung eines Graduiertenkollegs bewilligt. Der Titel lautet „Die Bedeutung der Biodiversität für Stoffkreisläufe und biotische Interaktionen in temperaten Laubwäldern“. Schwerpunkt der Untersuchungen sind die Auswirkungen der Biodiversität auf Biomasseproduktion, Kohlenstoffaufnahme, Nährstoff- und Wasserumsätze, Grundwasserspende, Nitratauswaschung und biotische Interaktionen zwischen Schlüsselorganismen sowie auf Ökosystemdienstleistungen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen zum einen die Rolle der Baumartenvielfalt für wichtige ökosystemare Prozesse in Wäldern und für die Diversität anderer taxonomischer Gruppen (Pflanzen, Tiere, Pilze) verstehen helfen, zum anderen eine wissenschaftliche Grundlage für das Management von Mischbeständen liefern. Dabei spielt auch die Frage, welche Baumarten wie mit Klimaveränderungen zu Recht kommen, eine große Rolle. Der Nationalpark Hainich mit seinen artenreichen Mischwaldbeständen stellt dabei eine hervorragende Referenzfläche dar und hat in der Waldforschung in Deutschland eine kaum mehr wegzudenkende Rolle.Für die Nationalparkverwaltung ergeben sich durch die Forschung Dritter wertvolle Erkenntnisse zum Vorkommen von Arten, Standorten und ökologischen Beziehungen. Daneben wird der Bekanntheitsgrad des Nationalparks durch Veröffentlichungen und Darstellung der Ergebnisse in Fachpublikationen und bei Tagungen weiter erhöht, was dann wiederum der Region zu Gute kommt.

Manfred Großmann
Nationalparkleiter

 

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