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Erster Fotonachweis des Luchses im Nationalpark

Pressemitteilungen vom

Erster Fotonachweis eines Luchses im Nationalpark gelungen. Foto: Nationalparkverwaltung Hainich

Wunderschönes Geburtstagsgeschenk für den Hainich

Vor elf Tagen von einer Fotofallen-Kamera aufgenommen und heute beim Auslesen der Speicherkarte festgestellt: Der erste Fotonachweis eines Luchses im Nationalpark Hainich ist gelungen! Bereits seit einigen Jahren wurden immer wieder Spuren und Risse gemeldet, doch die große Katze selbst blieb im Verborgenen. Nun ist das lang ersehnte Foto gelungen.

"Mit seinem Besuch hat uns dieser Luchs ein wunderschönes Geburtstagsgeschenk zum 20. Geburtstag des Nationalparks gemacht. Wir freuen uns sehr", sagt Nationalparkleiter Manfred Großmann. Und weiter: "Nach den eindeutigen Luchsspuren an einem gerissenen Reh im Juli 2014 hat uns der Luchs nun lange mit einem Fotonachweis zappeln lassen. Kurioserweise gelang - wie schon 2014 - auch dieser Nachweis unserem Ranger Helge Graßhoff."

Manfred Großmann
Nationalparkleiter

 

Hintergrund
Der Luchs ist ein scheuer Waldbewohner, der für den Menschen weitgehend unsichtbar bleibt. Auch ist der Nationalpark allein zu klein als Lebensraum, selbst für nur einen Luchs. Er kann in einer Nacht Strecken von 40 bis 50 km zurücklegen, so dass er heute bereits - im wahrsten Sinne des Wortes - über alle Berge sein kann. Luchse sind in ihrem Revier, das 10.000 Hektar und mehr umfassen kann, ständig auf Achse.

Der Luchs hat eine Kopf-Rumpf-Länge zwischen 80 und 110 Zentimetern und eine Schulterhöhe von etwa 55 Zentimeter. Damit ist er etwa so groß wie ein Schäferhund und die größte Raubkatze Europas. Charakteristisch sind das hellbraun-gefleckte Fell, die Haarpinsel auf den Ohren, sein Backenbart und der Stummelschwanz mit schwarzem Ende. Der Luchs gehört zur ursprünglichen Tierwelt unserer Wälder. Seine Hauptbeute sind Rehe. Für den Menschen ist er ungefährlich. Dagegen ist der Mensch für den Luchs sehr gefährlich: Die Art wurde über viele Jahrzehnte hinweg ausgerottet. Nachdem der Luchs in Westeuropa verschwunden war, wanderte er ab etwa 1950 aus angrenzenden Siedlungsgebieten wieder ein und wurde - wie im Harz - auch gezielt angesiedelt. Der Straßenverkehr und illegale Abschüsse gelten heute als die Hauptursachen dafür, dass seine Rückkehr nur sehr zögerlich verläuft. Laut der Roten Liste gilt der Luchs in Deutschland nach wie vor als stark gefährdet.

Kontakt

Ansprechpartner_in

Cornelia Otto-Albers

0361/57 3914 008