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Die Rückkehr der Weißstörche

Ornithologie vom

Die Heimkehr der Reisenden

 

Zu Füßen des 5895 Meter hohen Kilimanjaro liegt im Grenzgebiet zwischen Tansania und Kenia der Amboseli-Nationalpark. In einer viele Monate regenlosen offenen Savanne finden sich dennoch Sümpfe, deren Wasservorräte vom Kilimanjaro gespeist werden. Aufgrund des permanenten Wasservorkommens leben im Park verschiedene Großtierarten, unter denen besonders die Afrikanischen Elefanten mit großen Herden aufwarten. In den Wasserlöchern leben Flusspferde und ein reiches Vogelleben profitiert von den Feuchtgebieten.

Während eines Aufenthaltes in diesem Nationalpark konnte am 1. März 2012 der Einflug einer großen Zahl Weißstörche, vermutlich zwischen 400 und 500, beobachtet werden. Aus dem in großer Höhe kreisenden Schwarm lösten sich nach und nach Exemplare, um in immer engeren Spiralen schließlich den Boden zu erreichen. Da am Vortag ein heftiges Gewitter an die heranrückende Regenzeit erinnert hatte, standen weite Bereiche des Graslandes unter einer flachen Wasserschicht. Sofort nach der Landung tranken die rastenden Vögel ausgiebig.

An einem Storch konnte ein Ring am linken Bein festgestellt werden, ohne dass jedoch die Nummer ablesbar war.

Die Weißstörche Osteuropas ziehen ebenso wie Vögel aus dem Osten Deutschlands ab August über den Bosporus, Israel und Ostafrika bis Zimbabwe, Botswana oder Südafrika.

Ende März sind die Störche dann wieder an den mitteleuropäischen Brutplätzen zu erwarten. Etwa ab Mitte Februar beginnt deshalb der nordwärts gerichtete Abzug aus den Winterquartieren. Dabei können innerhalb von sechs Wochen bis zu 11000km zurückgelegt werden. Die Tagesstrecken liegen zwischen 50 und 500 Kilometern und werden von m.o.w. langen Pausen unterbrochen. Die Rastdauer kann wenige Stunden aber auch zwei Tage betragen.

Offensichtlich erlebten wir im Amboseli-Nationalpark im Süden Kenias einen solchen Zwischenstopp und da wir am selben Tag die Heimreise antreten mussten, fühlten wir uns irgendwie dazugehörig.

In Thüringen liegt die Zahl der Weißstorch-Brutpaare knapp über dreißig. Nur das wasserreiche Altenburger Land, das nördliche Thüringer Becken mit den Auen von Unstrut, Wipper und Helme sowie die Überflutungsgebiete der Werra erfüllen die spezifischen Anforderungen dieser Vogelart in Thüringen, sodass der Anblick von Adebar hierzulande nicht alltäglich ist. Selten wurden einzelne Hausstörche, wie der Weißstorch aufgrund seiner Bindung an menschliche Siedlungen auch genannt wird, im Hainich beobachtet, so am Silbersee, an der Fuchsfarm oder auf dem Steinberg.

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Cornelia Otto-Albers

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