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Die Rückkehr der schwarzen Kampfhähne

Ornithologie vom

Es ist was los am Silbersee! Es flattert, etwas plätschert, bellt, kräht und knallt.
Mit aufgestellten Flügelspitzen rasen fast schwarze Vögel über das Nass, halb laufend, halb schwebend. Unter ihnen spritzt das Wasser. Treffen zwei oder mehr der Kampfhähne an einer Stelle aufeinander, bleibt es oft nicht beim Drohen. Mit Schnäbeln, Füßen und Flügeln wird der Rivale verprügelt. Unterstützt wird das bedrohliche Gehabe von lauten Rufen, Kopfstrecken und dem augenscheinlich bösen Blick.
Das „schwarze Wasserhuhn“ mit der weißen Stirnplatte - das Blässhuhn - ist nicht zimperlich, wenn es ums Territorium geht.
Erst vor wenigen Tagen sind sie aus den Überwinterungsgebieten auf den nun eisfreien Teich zurück gekehrt.
Der Silbersee ist ein recht kleines Gewässer und die besten Plätze sind begehrt.
Jährlich teilen sich 4-5 Paare dieser Rallenart Nahrung und Deckung im Gewässer. Neben den Brutvögeln nutzen durchziehende Exemplare selbst kleine Tümpel für kurze Rastphasen. Erstaunlicherweise ziehen Blässhühner nachts. Vielleicht hat es mit ihrer relativ schlechten Aerodynamik zu tun, so bietet die Nacht besseren Schutz vor Greifvögeln.
Das aus Pflanzenteilen aufgeschichtete, schwimmende Nest steht meist im Schutz von etwas Vegetation, kann aber auch ganz frei sichtbar an einigen im Wasser liegenden Ästen verankert sein. Neben dem Brutnest werden zusätzliche, weniger große Inseln als Ruheplätze angelegt. Manchmal erleichtert eine Rampe das Erklimmen des Nestes.
Meist beginnt die Brut im April, eine zweite kann sich bis August anschließen.
Die 5-10 blaßgelben Eier sind mit Dutzenden kleinen, mehr oder weniger dunklen Punkten besprenkelt. Die flauschigen Jungen mit den typischen roten und gelben Dunen am Kopf folgen dem Altvogel recht schnell auf das offene Wasser. Der überwiegende Teil der Nahrung ist vegetarisch. Bei entsprechendem Angebot werden aber auch Mollusken und Wasserinsekten aufgenommen. Die Nahrung wird von der Wasseroberfläche, von Pflanzenstängeln und unter Wasser gesammelt. Blässhühner sind keine guten Taucher. Mit einem kleinen Sprung holen sie Schwung und hüpfen beim Auftauchen fast wie ein Korken in die Höhe.
Junge, aber auch erwachsene Blässhühner haben viele Feinde. Neben Greifvögeln, wie Rohrweihe, Habicht und Seeadler erbeuten Raubfische regelmäßig Jungtiere.
So verringert sich die Gefolgschaft eines Paares manchmal täglich, sodaß am Ende der Saison meist nur 1-3 Junge pro Brutpaar flügge werden. Zur Abwehr von Luftfeinden schließen sich die cleveren Vögel jedoch als enger Pulk zusammen, sodaß kein einzelnes Exemplar vom Beutegreifer anvisiert werden kann.

Die Beobachtungskanzel am Silbersee bietet die Möglichkeit, das Treiben der Kampfhähne ungestört zu beobachten.

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Cornelia Otto-Albers

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