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12 Jahre Specht-Beobachtung im Nationalpark Hainich

Pressemitteilungen vom

Spechte als Höhlen-Baumeister und Altwald-Zeiger

Jeder kennt das Hämmern der Spechte im Wald. Es verleiht dem Waldkonzert der Singvögel einen Rhythmus, doch Spechte können viel mehr als Hämmern. Sie sind einerseits Zeiger für schützenswerte Altwaldelemente, die sie zum Überleben brauchen, und andererseits lassen sie durch ihr Hämmern einzigartige und begehrte Strukturen wie Baumhöhlen erst entstehen. Die Forscher des Nationalparks Hainich hören seit mittlerweile zwölf Jahren auf die Spechte, wenn es darum geht, die (Ur-)Waldentwicklung zu dokumentieren.

Im Rahmen des Specht-Monitorings durchqueren Andreas Henkel, Mitarbeiter im Sachgebiet Forschung, und Hubert Betzold, spechtverantwortlicher Ranger, alljährlich im Frühjahr für einige Wochen den Nationalpark von Nord nach Süd und Ost nach West. Auf diesen Routen wird in regelmäßigen Abständen mit einer Klangattrappe losgebalzt: Den hier vorkommenden Spechten wird durch ihren artspezifischen Ruf vorgegaukelt, ein potenter Rivale bzw. attraktiver Partner wäre in ihr Revier eingedrungen. Seine Reaktion lockt den Specht aus seinem Versteck, und so können Andreas Henkel und sein Team das Artenspektrum und die relativen Häufigkeiten der einzelnen Arten im Nationalpark einschätzen. "Schwarz-, Mittel- und Grauspecht nehmen bei uns seit Jahren stetig zu, teilweise sogar entgegen des deutschlandweiten Trends. Diese Arten sind ganz besonders an alte Waldstrukturen gebunden und fühlen sich daher in den alten Wäldern des Nationalparks offensichtlich besonders wohl", freut sich Andreas Henkel.

Schwarz-, Mittel- und Grauspecht gehören zu den Waldvogelarten, für deren Schutz Deutschland eine ganz besondere Verantwortung trägt. Beim Mittelspecht hat Deutschland sogar das größte Vorkommen weltweit und der Hainich das größte in Thüringen.

Rüdiger Biehl
Stellvertretender Nationalparkleiter

 
 

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