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10 Jahre Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich

Pressemitteilungen vom

Bundespräsident Horst Köhler bei seinem Besuch am 4. Mai 2010 auf dem Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich (Th. Stephan)

Ein Gewinn für die Welterberegion Wartburg Hainich und ganz Thüringen

Am 26. August 2005 wurde der Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich eröffnet. Eine Bilanz zum 10. Geburtstag fällt ausgesprochen positiv aus: Der Baumkronenpfad hat die Erwartungen nicht nur erreicht, sondern weit übertroffen.

Die grundlegende Idee für den Baumkronenpfad ist eng mit der Zielsetzung des Nationalparks verbunden, Umweltbildung und Forschung zu betreiben, aber auch einer umweltschonenden naturnahen Erholung und der Entwicklung des Tourismus zu dienen. Durch neue, ungewohnte Perspektiven sollte es gelingen, beim Besucher Interesse für den „Urwald mitten in Deutschland“, aber auch für die gesamte Region zu wecken. Der Lebensraum Wald wird von einer ganz anderen Seite bzw. aus einem anderen Blickwinkel gezeigt. Nicht zuletzt ermöglicht es der Baumkronenpfad, die Erforschung der Baumkronen im Hainich fortzuführen und abstrakte Ergebnisse der Forschung in verständlicher Form für den Besucher aufzubereiten.

Der Start war zunächst etwas holprig. Die Idee, 1997 schon vor der Nationalparkgründung entwickelt vom Studenten Ralf Grunewald im Rahmen einer Projektarbeit, aufgenommen dann in die Entwicklungskonzepte für den Ende 1997 ausgewiesenen Nationalpark, wurde von der Nationalparkverwaltung zwar sofort aufgegriffen und in einen Projektantrag an die DBU gepackt, aber die Eigenmittel standen nicht zur Verfügung. Jahre später räumte der zuständige Minister Volker Sklenar öffentlich als Fehler ein, das Projekt unterschätzt zu haben. Erst als vier Privatleute Bereitschaft zeigten, das Projekt finanziell zu unterstützen, kam Bewegung in die Sache. Als dann die Stadt Bad Langensalza mit eigenen Mitteln in das Projekt einstieg, konnte es losgehen. Die Bauarbeiten gingen zügig voran, so dass am 26. August 2005 die Eröffnung stattfinden konnte.

Noch nicht einmal zwei Jahre nach der Eröffnung waren es im August 2007 schon insgesamt 500.000 Besucher. Bereits im Mai 2009 wurde der Pfad aufgrund der regen Nachfrage mit einer weiteren Schleife auf insgesamt 530 Meter verlängert. War der Freistaat im ersten Bauabschnitt mit einer finanziellen Unterstützung des Projekts noch sehr zögerlich, kam nun der Wirtschaftsminister mit über 2 Millionen Euro im Gepäck und die Eröffnung erfolgte durch Ministerpräsident Dieter Althaus selbst. Die starke Konzentration der Nationalparkbesucher an dieser Stelle – mehr als die Hälfte aller Besucher kommen an die Thiemsburg - führte dann auch folgerichtig zum Bau des Nationalparkzentrums als zentrale Anlaufstelle für die Nationalparkbesucher.

Im April 2010 konnte der millionste Besucher begrüßt werden, im Oktober 2014 der Zweimillionste! Mittlerweile dürften sich Besucher aus fast allen Ländern dieser Erde schon mal ins Gästebuch eingetragen haben. Am 4. Mai 2010 war ein ganz besonderer Besuch am Baumkronenpfad: Bundespräsident Horst Köhler besuchte mit seiner Frau, begleitet von Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, den Hainich und schrieb ins Gästebuch: „Ich bin froh, dass es den Nationalpark Hainich gibt… Danke an alle, die uns dieses Erlebnis hier möglich machen.“

Der Baumkronenpfad im Hainich war der zweite seiner Art in Deutschland und der erste in einem europäischen Nationalpark. Mittlerweile hat diese faszinierende Idee viele Nachahmer gefunden – allein in Deutschland gibt es derzeit mehr als 10 Anlagen, weitere sind in Planung. Durch die Lage im „Urwald mitten in Deutschland“, der größten nutzungsfreien Laubwaldfläche in unserem Land, hat der Pfad im Nationalpark Hainich aber ein Alleinstellungsmerkmal, das es weiter hervorzuheben gilt.

Von Beginn an waren die Ranger der Nationalparkverwaltung am Baumkronenpfad Ansprechpartner für die Besucher, machten Führungen und unterstützten den Betriebsablauf. Zusammen mit den Mitarbeitern der Betreibergesellschaft Re-Ko gelang es so unter nicht immer einfachen Bedingungen, bei den Besuchern einen positiven Eindruck zu hinterlassen und für die Welterberegion zu werben.

Der Baumkronenpfad ist zweifellos eine Erfolgsgeschichte in der Welterberegion. Er hat sich zu dem Besuchermagneten des Nationalparks entwickelt. Die vielen Besucher und zahllose Berichte in den Medien über den Baumkronenpfad haben den Bekanntheitsgrad des Nationalparks deutlich verbessert. Damit ist der Baumkronenpfad sowohl für den Tourismus in der Region als auch für die Umweltbildung des Nationalparks ein Gewinn für ganz Thüringen. Nationalparkleiter Manfred Großmann: „Den Worten von Horst Köhler kann ich mich nur anschließen. Ich möchte mich an dieser Stelle bei all denen bedanken, die mit dazu beigetragen haben, die Idee eines Baumkronenpfades im Hainich zu realisieren und zu einem solchen Besuchermagneten zu machen“.


Manfred Großmann
Nationalparkleiter

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